Das „Buch Le Grand" Z17
in dem Gedicht Nr. 40 der „Heimkehr", in deren Augen erdie Herrlichkeiten des Rheines widerglänzen sah. Befremdenkann noch, daß Heine an Ludwig und Friederike Robert,also an die Frau, an welche er die Erzählung des ihr gewid-meten Buches richtete, bei der Veröffentlichung gar nicht ge-schrieben, vielleicht nicht einmal ein Exemplar geschickt hat.And wenn dies aus der Art des Buches, aus dem CharakterHeines und dem nicht ganz ungetrübten Verhältnis zu Lud-wig Robert sich erklären läßt, so sollte man wenigstens er-warten, daß Varnhagen und Nahel, denen doch die Be-ziehungen aus Friederike schwerlich verborgen sein konnten,dem Dichter etwas darüber geschrieben hätten. Davon findetsich in allem, was bis jetzt bekannt geworden ist, keine Spur.Aber trotz dieser Bedenken darf man, wie ich glaube, derÜberzeugung beipflichten, daß die Widmung an FriederikeRobert gerichtet sei. In Verbindung mit dem Gedanken,daß Amalie und Therese die Heldinnen der Liebesgeschichtesind, reicht diese Annahme zum Verständnis des Buches inden wesentlichen Teilen aus.
Was hat Heine mit dem so eigentümlich gestalteten Dicht-werk beabsichtigt? Nach Elster ist es eine Huldigung fürTherese, geschrieben in der Hoffnung, ihre Hand doch nocheinmal erhalten zu können. Nach Hessel hat Heine geradeumgekehrt in diesem Buche von der Vergangenheit, den trübenErinnerungen einer verschmähten Liebe, dem beengenden Drucksozialer und politischer Verhältnisse sich losgesagt, und zudem Entschluß eines neuen Lebens, dem neue große „Ideen"seinen Inhalt geben würden, sich durchgerungen. Aber solltendie beiden Absichten sich wirklich so schroff, wie Hessel an-nimmt, gegenüberstehen? In dem Gemüte des Dichtersstanden sie, soweit sich aus seinen Briefen urteilen läßt,weniger gegeneinander als nebeneinander. Es ist gar nichtunwahrscheinlich, daß er bei der Schilderung seiner Liebes-leiden gewünscht hat, durch dieselbe auf Therese und dieHamburger Verwandten Eindruck zu machen, und daß ihm