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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
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211
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Der Herausgeber der Familienbriefe. 211

der Fürstin della Rocca wird dadurch mit interessanten Zügenbereichert. Dasselbe gilt von dem Besuche Seines in Ham-burg im Jahre 1844, bei welchem die Anwesenheit Mathil-de ns mancherlei halb komische, halb verdrießliche Zwischen-fälle hervorrief.

Auf einen Punkt möchte ich etwas näher eingehen.Nachdem man zuerst über Liebe und Leiden des jungen Keinenoch während seines Lebens nnd nach seinem Tode in Ro-manen, Dramen und literarischen Abhandlungen ein Äbermaßverworrener Erzählungen und Phantasieen zutage geförderthatte, gab zuerst ein 1865 veröffentlichter Brief an Varn-hagen von Ense vom 19. Oktober 1827*) einen sichern An-haltspunkt. Strodtmann konnte ihm in seiner grundlegendenBiographie den Beweis entnehmen, daß Amalie Keine, dieälteste Tochter Salomon Keines, die leidenschaftliche Neigungdes Dichters auf sich gezogen, aber verschmäht habe, und daßdarin die Quelle zahlreicher, von Liebe, Sehnsucht, Groll, Ver-zweiflung erfüllter Gedichte zu suchen sei**). Dagegen erhobaber der Bruder Maximilian in dem angeführten Buche(S. 18 u. 224) Widerspruch und wollte die in den Gedichtender Jugendzeit hervorgetretenen Empfindungen lediglich alsDichtung betrachtet wissen. Man hätte glauben sollen, dieserWiderspruch würde verschwinden, als in derDeutschen Rund-schau" 1875 die ersten aus Keines Jugendzeit stammendenBriefe an seinen treuesten Freund Christian Sethe aus demJahre 1816 erschienen***). Gewähren sie doch in sein Innereseinen Blick, der die ganze Glut und Leidenschaftlichkeit seinerLiebe offenbart. Aber Maximilian Keine hat seine Meinungnicht verändert; später sprach die Fürstin della Rocca die-

*) Aus dem Nachlaß Varnhagens v. E. Briefe von Stäge-mann, Metternich, Heine. Leipzig 1865. S. 175.

**) Adolf Strodtmann, Heine's Leben. Erste Auflage. Bd. I,S. 36, 143. Berlin 1867. Amaliens Name wird erst im zweitenBande 1869, S. IVI, 584 genannt.

***) Vgl. oben S. 11 ff.

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