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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
210
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Zur neuesten Äeine-Literatur,

weise, öfter vielleicht der Dichter selbst. Denn wenn Seineüber seinen Onkel spottet, der bei Tisch einen Diener fürden Akkusativ, einen andern für den Dativ zur Seite habe,so wäre für Schriftstücke seiner eigenen Sand eine ähnlicheBedienung nicht ganz überflüssig gewesen. Das fehlerhasteDeutsch des Elternhauses hat auch auf die Briefe des Sohnes,nicht allein in der Jugendzeit, sondern sein ganzes Leben hin-durch eingewirkt. Selbst die Entwürfe seiner Schriften sindvon solchen Fehler«: nicht frei. Man kann es oft genug aufjenen großen Folioblättern beobachten, auf denen Seine nichtbloß in den letzten Iahren seines Lebens die mir ebenvorliegenden stammen aus dein Jahre 1841 seine Ge-danken mit dein Bleistift zu verzeichnen pflegte.

Neben Maximilian Seine und der Fürstin della Noccaist Herr v. Embden unter Seines Verwandten der Dritte,welcher Mitteilungen über de«« Dichter veröffentlicht. Nach-richten aus der Familie sind selten ohne Wert; denn dienächsten Verwandten wissen manches, was kein anderer wissenkann. Aber gewöhnlich sind sie auch geneigt, das, was ihnen vonKindheit auf erzählt tvurde, ohne genaue Prüfung als un-umstößliche Wahrheit anzunehmen. So haben sich selbst indas Buch des Bruders Maximilian, das «neistens unterschätztwird, zahlreiche Irrtümer eingeschlichen. Noch weit mehrIrriges muß man in den Schriften der Fürstin della Noccaund in den Bemerkungen ausscheiden, welche Serr v. Embdenden Briefen beigegeben hat. Die leichte Mühe, dergleichenzu berichtigen, kann und muß ich mir hier ersparen. Bücherwie das vorliegende darf man überhaupt nicht mit dem scharfenAuge eines Kritikers durchmustern; man nimmt sie auf wiedie willkommenen Mitteilungen eines Augenzeugen, bei denenman auch einen Irrtum einstweilen unterlaufen läßt und sichgern enthält, den Erzähler durch Widerspruch zu verstimmen.Wertvoll ist insbesondere die Schilderung des Besuches, denCharlotte in Begleitung ihres Bruders Gustav im Novem-ber 1855 dein Dichter abstattete (S. 282 f.); die Erzählung