Ein französischer Biograph K. Keines.
Harmonie herzustellen. Wenn Keine in den Berliner Briefenz. B. rühmt, Friedrich Wilhelm III. sei wegen seines ein-fachen, sparsamen Lebens beliebt gewesen, so bemerkt KerrDucros (S. 165), diese Tugend sei für arme Souveräne sehrnützlich, und sehr lobenswert, so oft sie nicht in den GeizFriedrich II. ausarte. Aber — lesen wir S. 219 — auchein Kaupt der romantischen Schule, Ludwig Tieck, hat denPelden seines Romans, William Lovell, über Paris sehrungebührlich reden, ja, ihn sogar in einem Pariser Theatereinschlafen lassen, und wohlgemerkt im Jahre 1795. „Manmuß den Schlaf sehr lieben, um einzuschlafen in dem vul-kanischen Paris von 1795", schreibt Herr Ducros, und esfolgen noch einige Späße über die Traum- und Schlaflust derromantischen Schule. Der Tadel hätte noch verschärftwerden können, denn der Teil des Romans, in welchem sichdie angeführte Stelle, ein Brief Lovells an Eduard Burton,findet (vgl. Tiecks Schriften, Berlin 1828, Bd. VI, S. 52),trägt nicht, wie Kerr Ducros angibt, die Jahreszahl 1795,sondern 1793, der Schreckenszeit, in welcher man zum Schlafengewiß noch weniger Ruhe hatte als zwei Jahre später. Andwas sollen wir erst von der historischen Treue des Roman-tikers denken, wenn wir in demselben Briefe finden, „daßdie Pracht des Kofes und der Vornehmen — im Jahre1793! — auf eine widrige Art kontrastirt mit der Arm-seligkeit der gemeineren Klassen", und daß „alles an Sklavereiund Anterdrückung erinnert." Gut, daß Kerr Ducros dieseStellen"nicht gelesen hat, ebensowenig als die^Vorrede; denner würde sonst (S. XVI) gefunden haben, daß Tieck selbstfür seinen jRoman als für eine Jugendarbeit um Nachsichtbittet, und zur Bezeichnung der Entstehungszeit das Jahr1793 beifügt. Wir hören noch, daß Keine in Berlin in derBehrenstraße eine Wohnung fand. Kerr Ducros schreibt(S. 159) „Behrendstraße", obgleich diese Variation seinenetymologischen Neigungen nicht gerade günstig ist. Dennwahrscheinlich in Erinnerung an das Berliner Wappen bringt