Vorurteile und Irrtümer. 19Z
Mehrere Kapitel, bis S. 108, sind diesen Ausführungengewidmet, so überwiegend, daß das eigentlich Biographischeganz zurücktritt. Kber Seines Familie und Knabenzeit er-halten wir ebenso wie über seine Jünglingsjahre kaum dienotdürftigsten Daten. Ein Freund, wie Immermann, wird,wenn ich nicht irre, nur in einer einzigen Anmerkung (S. 276)als Empfänger eines Brieses unter dem Namen „Zimmer-mann" erwähnt. Erheiternd ist, was Serr Ducros überBonn berichtet. Friedrich Schlegel erscheint (S. 133) als„I'illustre pere" August Wilhelm Schlegels. Der letzteresoll, nachdem er mit Frau v. Stael ganz Europa durch-zogen, sich in Bonn niedergelassen haben, aber „nur aufeinige Jahre" (S. 136). Von den Studenten heißt es(S. 126): Sie hatten ihre idealen Träume und ihren poli-tischen Enthusiasmus dem Gambrinus zum Opfer gebracht,und die erste Pflicht eines Bonner Studenten im Jahre1819 war, niemals auf dem kürzesten Weg nach Sause zurück-zukehren. Ihre Tracht bestand in einem Sammetbarret, über-ragt von einer roten Feder, einem Spitzenkragen, einem rotenWams, sehr weiten roten Sosen, einem Purpurmantel ausder Schulter und einem langen Degen an der linken Seite.„So ungefähr war das süperbe Kostüm, in welchem alleFreunde Seines herumstolzierten"; so besuchten sie vermutlichauch die Institutionen des Professors Mackeldey, der sich,wie es scheint, in ein schottisches Kostüm geworfen hatte,wenigstens wird er von Serrn Ducros (S. 150) als Mac-Keldy aufgeführt. Wegen eines Duells soll Seine ausBonn verwiesen sein, was bekanntlich in Göttingen geschah.Diese Stadt erhält nach Seines „Sarzreise" eine Beschreibung,die wir nicht zu wiederholen brauchen; lieber teilten wir ausder Charakteristik Berlins einiges mit. Natürlich ist SerrDucros dieser „cupitule cie purvenus" wenig freundlich ge-sinnt. Er stellt zusammen, was er in Seines SchriftenSpöttisches darüber gefunden hat, und wenn einmal ein Lobmit unterläuft, weiß er durch passende Zusätze die Farben-
Siiffer, Seine. 13