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Keinrich Keine und Johann Kermann Detmold.
gebend; und der Dichter mag, wie es nicht selten schriftlichgeschah, auch mündlich gedroht haben, er werde in diesemWerke an seinen Widersachern Vergeltung üben. Grundgenug, daß man jene „Krallen" zu beschneiden, wenigstenseilt so gefährliches Mitglied der Familie in einiger Abhängig-keit zu erhalten wünschte. Sat man auch dem Oheim indiesem Sinne Vorstellungen gemacht? Wir wissen es nichtund brauchen es nicht zu wissen. Genug, als Salomon Seineam 23. Dezember 1844 starb, hatte er in seinem kurz vor-her errichteten Testament seinen Neffen, wie dessen Brüder,nur mit dem kärglichen Vermächtnis von je 8660 MarkBanko bedacht und die jährliche Pension gar nicht erwähnt.Ein trockener Brief Karl Seines tat dies wenige Tage späterdem Dichter kund und bot zwar ungefähr die Sälfte der Pen-sion, aber nur als freiwillige Gabe und nur unter der Bedingung,daß Seine alles, was er über den Onkel und das Testament ver-öffentliche, vorher der Genehmigung des Vetters unterbreite.
„Ach! zu tödlich war der Faustschlag,
Der mich just ins Kcrz getroffen;"
hat er später von diesem Briese gesagt. Seine Seelen-stimmung lassen die folgenden Briefe deutlicher als irgendandere, selbst als die Briefe an Campe vom 8. und 13. Ja-nuar, erkennen. Offenbar ist zwischen den Briefen vom 9.und 13. des Monats ein schlagartiger Anfall eingetreten.Denn während der erstere eine baldige Reise nach Samburgin Aussicht stellt und ausdrücklich betont, daß der Schreiberden Kopf nicht verloren habe, zeugt der zweite von einerhoffnungslosen Niedergeschlagenheit. Am meisten zürnte
*) „Kölnische Zeitung" Nr. 249 vom 27. August 1844: „KeinrichKeine wird, wie es im .Nürnberger Corresp.' heißt, demnächst seineMemoiren herausgeben." In der Beilage zu Nr. 5 der „KölnischenZeitung" vom 5. Iannar 1845 findet sich unter den Vermischten Rach-richten die Notiz: „Keine's neuestes Gedicht heißt: .Unsere Marine'.Der Dichter arbeitet an einem großen Werke unter dem Titel: .DieMenschen, mit denen ich lebte'. Also Denkwürdigkeiten."