Äeines Brief vom 16. Januar I8Z8.
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Seit meiner Rückkehr aus Kavre hat sich Mathilde so exem-plarisch gut aufgeführt, daß ich Besorgnisse für ihr Leben zuhegen begann. Denn solche radikale Umwandlung pflegt einVorzeichen des Todes zu sehn. Acht Tage lang konnte siezu Äause bleiben, sich mit einfachem pol au leu genügend.Theater, kein Gedanken; es sey doch kostspielig. Die altenRoben selbst renovirt, um diesen Winter neue zu sparen.Endlich wurde sie ernsthaft krank, und ich mußte sie in einmuison cke sunte bringen, wo sie gut gepflegt wird, undbis zum Frühjahr (den ganzen Carneval!) bleiben wird; dennsie thut mir jetzt alles zu willen. — Sie sängt an, so un-bedingt liebevoll und zärtlich zu werden, daß ich am Endeglaube, sie hat die Absicht, mich cocu zu machen. — Llebrigensist sie sehr krank. —
Ich habe also diesen Winter meine volle Freyheit, jejouw cke ma pleine liberte, et j'en abu8e meme.
Ich geh jetzt oft in's Theater; zu meinem Ver-gnügen!
Llebrigens befinde ich mich wohl.
Lieber mein Projekt mit Keideloff hatte ich Ihnen ge-schrieben, daß derselbe mich ersucht, bis nach Neujahr damitzu warten. Dies that ich (weil er wirklich viel um dieOhren hatte, z. B. seine Verheurathung), aber noch immerkann ich nicht mit ihm aufs Reine kommen. Im Grundeliegt mir nicht viel dran in diesem Augenblick, wo ich mitweit bedeutenderen Unternehmungen beschäftigt bin. Lieberletztere schreibe ich Ihnen sehr bald, und Sie sollen endlichmeinen praktischen Sinn bewundern.
.— Es ist heute so kalt, daß ich gar nicht schreibenkann; die Äände sind mir erstarrt. — Das mawon cke 8unte,worin ich Mathilde eingekerkert, ist an der Karriere Zt-sapucw— denken Sie sich, alle Tage muß ich diesen entsetzlichenWeg machen! — Leben Sie wohl, und schreiben Sie mirbald; Addresse: rue Lacket 18; hier wohne ich nochimmer. — Lesen Sie doch Beurmanns Niederträchtigkeiten