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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
152
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132 Heinrich Heine und Johann Hermann Detmold.

gegen mich, dem ich meine Addrefse anvertraute, nachdem ermir sein Ehrenwort gab, sie nicht zu verrathen! WelcheSchufte, meine Deutschen! — Leben Sie wohl und behaltenSie lieb Ihren Freund

Seinrich Seine.

Aus dem letzten Briefe sieht man, daß Seine den Plander „Anthologie" so gut wie aufgegeben hatte. Das „wich-tige Unternehmen", welches ihn damals beschäftigte, war dieGründung einer deutschen Zeitung, welche von ihm in Parisredigiert, aber in Kehl gedruckt und vornehmlich in Deutsch-land verbreitet werden sollte. Ein Freund fand sich bereit,die für den Ansang nötigen 130000 Franks vorzuschießen,und Seine versprach sich ganz außerordentliche Vorteile. Amgegen ein preußisches Verbot gesichert zu sein, suchte er ineinem Schreiben an Varnhagen vom 13. Februar 1838 dessenVermittlung und die Fürsprache des preußischen Ministers,Freiherrn von Werthern, zu gewinnen. Briefe an AugustLewald vom 1. und 6. März geben über die Art, wie dieZeitung organisiert werden sollte, genaue Auskunft. Seineglaubte den Organismus der Presse, das Personal und dieSilssmittel, die Geheimnisse und besonders den geheimstenTeil, das Annoncenwesen, genauer als irgend jemand zukennen; wieder tritt einmal in seinem Wesen das kauf-männische Element hervor. Aber schon am 30. März mußer an Campe schreiben, der Plan sei gescheitert. Die preu-ßische Regierung wollte der Zeitung den Einlaß nicht ge-statten, der Kostenüberschlag zeigte eine immer weniger freund-liche Gestalt, und Seine hielt sich nicht für berechtigt, fremde,ihm anvertraute Gelder für ein unsicheres Anternehmen aufsSpiel zu setzen. Gewiß zum guten Glück; denn die Zeitungwürde seine Kräfte völlig zersplittert und ihn in unaufhör-liche Streitigkeiten verwickelt haben.

Auch Detmold fehlte es um diese Zeit an Stimmungund Muße, sich serner mit der „Anthologie" zu beschäftigen.