148 Äeinrich Heine und Johann Hermann Detmold.
scher; sie führt sich gut auf — jetzt quält sie mich mehr imTraume als in der Wirklichkeit — aber der geträumteKummer und düstere Zukunftsgedanken verbittern meineTage. Ich genieße in vollen Zügen die Schmerzen des Be-sitzes. — Ich bin unlängst in ihrem Dorfe gewesen und habedie unglaublichste Idylle erlebt. — Ihre Mutter hat mirMathildens erstes kleines Hemdchen geschenkt, und dieseswehmüthige Linnen liegt in diesem Augenblick vor mir ausdem Schreibtisch. — Das anthologische Projekt soll injedem Falle ausgeführt werden. Ich beherzige Ihre Be-merkungen. Den Titel des Buches habe ich noch nicht er-sonnen. Ich denke aber, er heißt ungefähr: Proben derdeutschen schönen Literatur seit Goethe's Geburt. Wer alsovor Goethe's Geburt gestorben ist, oder sonst in den Goethe-schen Beginn nicht mehr paßt, wird nicht aufgenommen.Ihre Bemerkungen habe ich reiflich erwogen. Ein Theildes Mspts muß freilich abgeschrieben werden, ein Theil wirdwohl nach den Büchern hier gedruckt werden können; dieKosten können also nicht über 200 krs. betragen. DieSchriftsteller vor der romantischen Zeit überlasse ich Ihnenganz auszuwählen. Von den Romantikern werden wohlhöchstens 12—15 aufgenommen, über deren Auswahl, auchin Betreff des Mitzuteilenden, wir uns leicht verständigen.Von den dramatischen Dichtern der Kunst-Periode (seitSchillers .Herrschaft) wählen wir auch ein Dutzend: wieSchiller, Werner, Kleist, Grillparzer, Immerman, Öhlen-schläger, Müllner, .Heine, Grabbe w. — Endlich von neuerLiteratur geben wir nicht alle (Sie haben Recht), doch dieHervorragendsten, und da könnten doch wohl an die 20 zunehmen seyn und meinen Zweck erfüllen. — Ich erwartezwar den ostensiblen Brief, erhalte ich ihn aber nicht binnen8 Tagen, so schließe ich das Geschäft ab mit .Heideloff unterso guten Bedingungen, als ich erlangen kann; denn ich habeihm zugesagt, daß ich mit ihm fertig zu werden gewiß sey,ich kann ihm jetzt nicht die Sache abnehmen, ohne mich zu