Keines Briefe vom 17. Sept. und 3. Okt. 1837. 147
bis jetzt aber habe ich noch keine Zeile Resultat erfahren.Anbey erhalten Sie ein Blatt des Telegrafen, worin Gutzkow,zwar in guter Absicht, aber mit empörender Rohheit meinepersönlichen Bedrängnisse bespricht. Ich will mich nichtdarüber ärgern, sondern eben dieses Blatt zu meinem Vortheilexploitiren. Schicken Sie es nemlich umgehend an Max (ohneihm im Mindesten zu sagen, daß Sie es von mir erhaltenhaben) und bemerken Sie ihm, daß es vielleicht für michnützlich wäre, wenn mein Oheim dieses Blatt liest und da-durch bewogen würde, den Wünschen der öffentlichen Meinungentgegen zu kommen und mir eben jetzt eine offenkundigeIahresunterstützung zu bewilligen. Vielleicht verdanke ichder gekitzelten Eitelkeit, was mir von besseren Gefühlen nichterwirkt wird. In diesem Sinne wäre es gut, wenn Sie anMax noch einmal schrieben; auf jeden Fall, bey Leibe, ver-schweigen Sie ihm, daß ich Ihnen ob dergleichen wider-wärtigen Dingen geschrieben habe; nur durch dritte Kandwüßten Sie die Steigerung meiner Nöthen und Drangsale.— Leben Sie wohl.
Ihr getreuer halbblinder FreundK. Keine.
Meine Addresse ist immer
Litö LerZöre öio. 3.
^Bemerkung Detmolds^ schrieb an Max Keine den 23. September,schrieb an Keinrich Keine den 2S.September.
X.
Paris den 3. October 1837.
Theuerster Freund! Ihren Brief v. 21. j23?j Sept.habe ich richtig empfangen. Mein Bruder wird Ihren Briefnicht mehr in Kamburg erhalten haben, da er, wie ich höre,zur Naturforscherey nach Prag gereist ist. Ich habe nochkeine Antwort von ihm. — Mit meinen Augen geht es gut,so wie ich mich überhaupt leidlich in jeder Kinsicht befinde.Meine Leidenschaftlichkeit für Mathilde wird täglich chroni-
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