142 Heinrich Heine und Johann Hermann Detmold.
10 Tagen befinde ich mich in Paris und reise übermorgennach LouIoZne 8ur mer, wohin Sie mir Ihre Briefe posterestante addressiren können. In Ornnville lebte ich 2 Mo-nath froh und glücklich, da ward Mathilde krank, und ichmußte, der Vorsorge wegen, wegen Mangel an guten Aerzten,mit ihr zurück nach Paris reisen, wo wieder mein altes Elendbegann. — — Im Ende des Julius im heißen Schau-spielhaus 4 Vaudeville! O Gott, Du schickst den Winternach den Kleidern aber nicht den Sommer! Dazu kommtein finanzielles Anglück, welches zu weitläuftig zum Erzählen,mich aber aufs kummervollste berührt. Es ist wirklich sonder-bar, daß ich in der letzten Zeit so viel Finanzunglück habe.Kaum ordne ich meine Geschäfte mit dem strengsten Ernst,so brouillirt sie wieder der unvorhergesehenste Zufall. Überallvermissen wir Sie hier. Als wir Sie bei unserer Rückkehrnicht fanden, ward uns zu Muthe, als hätten wir Sie aussneue verloren. Mathilde spricht beständig von Ihnen; diestolle aber gesunde Kerz hat Ihren Werth ganz empfunden,und ich habe daran meine wehmüthige Freude. Seit unsererTrennung bin ich wieder allein.
Ich arbeite ziemlich viel, so viel es meine Wirnisse undStörungen vertragen. Daß auch Sie in Arbeitszug gerathen,freut mich. „Die Deutschen in Paris" können Sie derKannöv. Zeitz, nicht geben, denn der Kauptlump, der in-famste Schurke, den Sie brandmarken müßten, der elendeSpazier, ist der Pariser Correspondent in der Kannöv.Zeitung. Ich bitte, lassen Sie das Projekt noch einige Zeitanstehen, bis ich Ihnen ans Loulo^ne mehr darüber ge-schrieben habe.
Aeber mein Buch habe ich von Kamburg noch keineZeile Nachricht — Der Teufel weiß, ob Menzel, der durchder feigen Censor Adrian von der Vorrede Wind bekommen,nicht außerordentliche Mittel ins Werk gesetzt hat, um dieBombe aufzuhalten. Schreiben Sie mir darüber umgehend:poste re8tante ü LvuloZne 8ur wer en Trance. Max ist