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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
111
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Keines Brief vom 15. Febr. 1851. III

bringt Blumen, ich aber bin jetzt fünfzig Jahre alt und seitdrei Iahren bettlägerig, was keine lyrische Stimmung auf-kommen läßt. Das erste der überschickten Lieder sind wirk-lich alte Klänge, die ich aus dem Gedächtnisse ausgefischtund zugestutzt. Ob das zweite Gedicht Ihren Zweckenentspricht, weiß ich nicht im Voraus, nur ein sehr geistreicherComponist dürfte sich an diese Rhythmen wagen. Dagegenglaube ich Ihnen im dritten Gedichte, daß ich erst dieserTage geschrieben, etwas sehr Componirbares gegeben zu haben;nur muß der Componist verstehen, was hier im Dunkeln vor-geht, und die Steigerung der schwülen Stimmung, die biszur größten Leidenschaftlichkeit aufschreit und nachher dochwieder ruhig abgedämpft wird, einigermaßen wiedergeben.Jedenfalls sind hier Motive, welche einen Musiker anreizen.

Ich danke Ihnen für die letzte Bllchersendung; ich werdeIhnen dieser Tage die Bücher zurückschicken und eine größereListe von Büchern, die mir allenfalls zusagen, beifügen; ichwünsche nicht, daß Sie mir zur Complettirung einer Sen-dung etwas mitschicken, was ich nicht verzeichnet habe.

Empfangen Sie, hochgeehrter .Herr, die Versicherungmeiner ausgezeichneten Hochachtung und Ergebenheit.

jeigenhändigj .Heinrich Äeine.

Das zweite dieser Lieder,Das goldene Kalb", konntenicht leicht jemanden zur Komposition einladen. Die Re-daktion wählte, wie man leicht begreifen wird, das erste;nur wünschte man eine Veränderung der letzten Strophe, diefür eine musikalische Bearbeitung wenig vorteilhaft erschien.Bei dem dritten Liede klagte man, es sei dunkel, wenigstensschwer zu verstehen. Wie freundlich Äeine auf diese Aus-stellungen und Wünsche einging, beweist der folgende Brief: