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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
110
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l 10 Äußerungen Keines über die musikal. Bearbeitg. seiner Gedichte.

Die arme Schönheit ist schwer bedrängt.

Ich aber mache sie frei

Von Schmach und Sünde, von Qual und Roth,

Von der Welt Anflätherei.

Du arme Schönheit, schaudre nichtWohl ob der bittern Arznei;

Ich selber kredenze dir den Tod,

Bricht auch mein Kerz entzwei.

O Narrethei, grausamer Traum,

Wahnsinn und Raserei!

Es gähnt die Nacht, es kreischt das Meer,

O Gott! O steh' mir bei!

O steh' mir bei barmherziger Gott!

Barmherziger Gott Schaddei!

Da schollert's hinab in's Meer o Weh

Schaddei! Schaddei! Adonai!

Die Sonne ging auf, wir fuhren an's Land,

Da blühte und glühte der Mai!

And als wir stiegen aus dem Kahn,

Da waren wir unsrer Zwei.

Die Gedichte waren von dem folgenden Briefe begleitet,den ich, wie auch den späteren vom 12. März, dem gegen-wärtigen Besitzer, Herrn Iustizrat Fay in Cöln verdanke.Adressiert sind beide an Herrn Michael Schloß, denselben,an welchen sin Anhang der Strodtmannschen Sammlung(XXI, 446) noch sieben Briese aus den Iahren 1853, 1854und 1855 sich finden.

Paris, 15. Februar 1851.

Hochgeehrter Herr!

Eine ganz besondere Unpäßlichkeit hat mich verhindert,Ihr werthes Schreiben früher zu beantworten, auch war ichfrüher nicht im Stande, Ihnen die beiliegenden Gedichte zuschicken, die Ihren Wünschen einigermaßen entsprecheil dürften.Seit vielen Iahren mache ich keine sangbaren Lieder mehr inder früheren Weise; nur der Frühling und der Sommer