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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
109
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Altes Lied" undNächtliche Fahrt."

4.

Am Weidensee vorüber ging's.

Die Elfen tanzten inmitten des Rings;

Sie blieben plötzlich stehen und schienenAns anzuschau'n mit Beileidsmienen.

5.

Wohl auf dem Kirchhof, an Deinem Grab,Mir strömten die Thränen die Wangen hinab;And Hütt ich nicht dort eine Rede gesprochen,So war' mir das Kerz im Leibe gebrochen.

Nächtliche Fahrt.

Es wogte das Meer, aus dem dunklen GewölkDer Kalbmond lugte scheu;

And als wir stiegen in den Kahn,

Wir waren unsrer Drei.

Es plätschert' im Wasser des NuderschlagsVerdrossenes Einerlei;

Weißschäumende Wellen rauschten heran.Bespritzten uns alle Drei.

Sie stand im Kahn so blaß, so schlank,And unbeweglich dabei;

Als wär sie ein welsches Marmorbild,

Dianens Kontersei.

Der Mond verbirgt sich ganz. Es PfeiftDer Nachtwind kalt vorbei;

.Koch über unfern Käuptern ertöntPlötzlich ein gellender Schrei.

Die weiße gespenstische Möve war's.

And ob dem bösen Schrei,

Der schauerlich klang wie Warnungsruf,Erschraken wir alle Drei.

Bin ich im Fieber? Ist das ein SpukDer nächtlichen Phantasei?

Äfft mich ein Traum? Es träumet mirGrausame Rarrethei.

Grausame Rarrethei! Mir träumt'.

Daß ich ein Kciland sei.

And daß ich trüge das große KreuzGeduldig und getreu.