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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
108
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108 Äußerungen Deines über die inusikal. Bearbeitg. seiner Gedichte.

Nacht, die ihn endlich von der Folter nachbarlicher Piano-fortes erlöst, aber in seiner eigenen Wohnung befand sich,wie es scheint, nicht einmal ein Instrument. Gleichwohlwaren es musikalische Interessen, die noch in später Zeit eineVerbindung mit dem Rheine herbeiführten.

Michael Schloß, der Verleger der von L. Bischof re-digiertenRheinischen Musikzeitung" in Cöln setzte im Jahre1851 einen Preis von 50 Talent auf die beste Kompositioneines einstimmigen Liedes mit Klavierbegleitung. Am Textezu erhalten, hatte man sich an namhafte Dichter, unter an-deren auch an Keine, gewendet. Keine schickte drei Lieder,alle wenig später auch imRomancero" veröffentlicht, nämlichdas Gedicht, welches zuerst und dann wieder imRomancero"Altes Lied" überschrieben wurde (XVIII, 155 sl, 413s), ser-nerDas goldene Kalb" (XVIII, 60 sl, 355s) und dieNächt-liche Fahrt" (XVIII, 80 (I, 369s). Das erste und dritte dieserGedichte müssen zum Verständnis des folgenden hier eineStelle finden, das erste noch in der Fassung, wie es Keineder Redaktion überschickte.

Altes Lied.

1.

Du bist gestorben und weißt es nicht.

Erloschen ist dein Augenlicht,

Erblichen ist dein rothes Mündchen,

Und du bist todt, mein todtes Kindchen.

2.

In einer schaurigen SonnnernachtÄab' ich dich selber zu Grabe gebracht;

Klaglieder die Nachtigallen sangen,

Die Sterne sind mit zur Leiche gegangen.

Z.

Der Zug, der zog den Wald vorbei.

Da standen die Bäume in dunkler Neil»',

Die Tannen, in Trauermänteln vermummet,

Die haben Todtengebete gebrummet.