92 Zu Keines Gedichten.
wird. Ich habe mir in der Buchhandlung jenen Musen-almanach zeigen lassen, und ich autorisire Sie, in IhremBlatte zu erklären, daß die zwei Gedichte, die mit der Unter-schrift Keine und Paris darin abgedruckt stehen, weder währendmeines Aufenthalts in Paris verfaßt, noch überhaupt jemalsvon mir zum Drucke gegeben worden. Ich erkenne in demersten dieser Gedichte nur die flüchtigen Worte, die ich voretwa zwanzig Iahren einem Freunde zum Componiren mit-getheilt habe, und die wahrscheinlich auch seitdem als Musik-text erschienen; von dem anderen Gedichte habe ich auchnicht die leiseste Erinnerung, doch ist es leicht möglich, daßes um dieselbe Zeit, vor etwa zwanzig Iahren, in irgendeinem scherzenden Privatbriefe unter anderen Selbstpersiflagenmeiner damaligen Manier aus meiner Feder floß. Ich würdevielleicht kein Wort hierüber verlieren, wenn Kerr Steinmannjene Verse nicht aus Paris datiert und somit als Produktemeines hiesigen Aufenthalts bezeichnet hätte. Ich habe jaganz dazu geschwiegen, als derselbe Kerr Steinmann vor einemJahre sich eine ähnliche Unziemlichkeit gegen mich zu Schuldenkommen ließ, indem er ohne meine Erlaubniß und überhauptohne Anfrage allerlei alte Privatbriefe von mir drucken ließ."
Keine hatte allerdings das eine dieser Lieder dem Kom-ponisten Joseph Klein früher mitgeteilt, aber die Quelle desunberufenen Kerausgebers hat er nicht erraten. Diese istkeine andere als die Setheschen Manuskripte, die Steinmannsich leicht verschaffen konnte. Schon die beiden kleineren Ge-dichte machen die Annahme wahrscheinlich, und das zuletzthier mitgeteilte macht sie gewiß. Keine selbst hat dies Ge-dicht im Berliner „Zuschauer" vom 22. Januar 1822 mitder Überschrift: „Deutschland, ein Traum" veröffentlicht, aberohne die drei im Manuskript durchstrichenen Srophen 6, 7und 8, und ohne Andeutung der drei anderen, die der letztenStrophe vorhergehen. Im Steinmannschen Musenalmanachfindet man dagegen als vorletzte Strophe eben die sonderbarenVerse, auf die ich vorher hinwies: