„Deutschland. Ein Traum."
Schau ich jetzt von meinem BergeIn das deutsche Land hinab:
Seh ich nur ein Völklein ZwergeKriechend auf der Riesen Grab.
Such' ich jetzt den goldnen Frieden,Den das deutsche Blut ersiegt.
Seh' ich nur die Kette schmieden,Die den deutschen Nacken biegt.
Narren hör ich jene schelten.Die dem Feind in wilder SchlachtKiihn die Brust entgegenstellten.Opfernd selbst sich dargebracht.
O der Schande! jene darbe»Die das Vaterland befreit;
Ihrer Wunden heil'ge NarbenDeckt ein grobes Bettlerkleid!
Muttersöhnchen gehn in Seide,Nennen sich des Volkes Kern,
Schurken tragen Ehrgeschmeide,Söldner brüsten sich als Kerr'n.
Rur ein Spottbild aus die Ahne»Ist das Volk im deutschen Kleid;And die alten Röcke mahnenSchmerzlich an die alte Zeit:
Wo die Sitte und die TugendPrunklos gingen Äand in Äand;Wo mit Erfurchtscheu die JugendVor dem Greisenalter stand;
Wo kein Jüngling seinem MädchenModeseufzer vorgelügt;
Wo kein witziges DespötchenMeineid in System gefügt;
Wo ein Kandschlag mehr als Eide,And Notarienakte war;
Wo ein Mann im Eisenkleide,
And ein Äerz im Manne war. —