44 Aus Äcines Jugendzeit. .Heine und Christin» Sethe.
Süßigkeit des Schmerzes. Ich bin noch immer der alteNarr, der wenn er kaum mit der Außenwelt Friede gemachtgleich wieder von innern Kriegen geplagt wird. — Es istein mißmüthiges Wetter, ich höre nichts als das Brausender See — O lag ich doch begraben unter den weißen Dünen.
— Ich bin in meinen Wünschen sehr mäßig geworden. Einstwünschte ich begraben zu sein unter einer Palme des Jordans
— — — Das vermaledeit viele Abschiednehmen stimmtmich so weich ganz in Moll. Ich habe hier wunderschöneTage gelebt, meine Privateitelkeit wurde von holden Pföt-chen allerliebst gestreichelt, ich kam fast auf den Gedanken,der vr. Äeine sei wirklich höchst liebenswürdig, und ichschwelgte im Anschaun der schönen Dame in deren Nähe Dumich wiedersahst. Sie protegirte mich zuletzt gar sehr —und jetzt ist sie abgereist. Auch der Abschied von der FürstinSolms ist mir sauer geworden, wir waren so viel zusammenund wußten lins so hübsch zu necken. Sie lobte mich vielund Du weißt, Christian, das verfehlt nie seinen Eindruck.Die hanövrischen Offiziere hier haben mir nichts wenigerals mißfallen. Sie haben nicht so viel Verstand wie diePreußen, aber sie sind honoriger, und unter der Aniform, diesie selten tragen, steckt ein Gentelman im feinsten Civilrock.Ich meine aber hier vorzüglich die Offiziere, die in der Le-gion gedient und die von Spanien, Portugall, Irland, Eng-land, Sizilien, manche sogar von den jonischen Inseln undvon Ostindien so viel hübsches und Wackeres zu erzählenwissen. Wie pauver klingt dagegen Jena, die Katzbach,Leipzig, Bellallianz, und gar Paris, die letzte Stazion unseresRuhmes, wohin wir — Gott weiß wie! — gelangt sind.Still, still, ich will ja in Berlin lesen. — Bin selbst neugierig was das seyn wird. — Grüße mir Deine Frau, diesehr für Dich zu passen scheint und die nicht unterlassenwird. Dich glücklich zu machen.
Sobald ich nach Berlin komme, werde ich wieder etwasherausgeben. Muß mich sehr hüten mit dem Druckenlassen.