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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
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Keines Brief vom 6. Juli 1816.

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Noth. Mein Serz blutet. Ich kann nicht viel sprechen;die Worte brennen mir in den Adern.

Ich wasche meine Sände in Anschuld, Du hast allesaus Deine Seele.

Meine Adresse ist: Sarry Seine bey Wittwe Rod-bertus aus die große Bleiche in Samburg, Nr. 367*).

Freu Dich, Freu Dich: in 4 Wochen sehe ich Molly.

Mit ihr kehrt auch meine Muse zurück.

Seit 2 Jahr Hab ich sie nicht gesehen. Altes Serz wasfreust du dich und schlägst so laut! Leb wohl, lieberChristian, denke mein.

Dein Freund

Sarry Seine.

Pellmann zu grüßen, vorzüglich den guten Zugemaglio(bitte Zugemaglio er soll ein Brief an mich bey Dir ein-schlagen). Anzer, Lottner und Wünneberg nicht zu vergessen.Spielt brav, und befutelt Euch unter einander.

Grüße Deine werthe Eltern und Geschwister.

Trotz des von Seines Sand geschriebenen Datums 1815ist der Brief aus dem Jahre 1816. Das beweist schon dievon Sethe sorglich beigefügte Bemerkung, daß er den Briefam 13. Juli 1816 empfangen und am 16. August beant-wortet habe. Das Jahr 1815 würde mit dem längerenAusenthalt in Frankfurt sich nicht wohl vereinigen lassen;zudem schreibt Seine selbst einmal, er sei im Jahre 1815noch gar nicht in Samburg gewesen**). Die eingewobenenVerse zeigen schon etwas von dem eigentümlichen Ausdruckdes gereiften Dichters. Sonderbar überraschen in der Prosazahlreiche Sprachfehler, die zum Teil in der Nachlässigkeit,zum Teil aber auch in dein unvollkommenen Gefühl für die

6 Die Zahl ist später mit dem Bleistift beigefügt.

*") Brief an Moser vom 14. Oktober 1826 (Werke XIX, 295).