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Heinrich Heine : Gesammelte Aufsätze
Entstehung
Seite
11
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Die Napoleonische Zeit. Seines Brief vom 6. Juli 1816. l I

in Versen sich ausgesprochen. Eine Tätigkeit, die seinerNatur entgegen war, eine leidenschaftliche Neigung, die un-erwidert blieb, dies und noch manches andere vereinigte sich,den Dichter in die schmerzlichste Stimmung zu versetzen.Seine poetische Begabung brach sich gleichwohl Bahn, undfür die EntWickelung seines Talents muß diese Leidenszeitaußerordentlich wichtig erscheinen. Ein briefliches Zeugnisfür alles dies ist aber bisher noch nicht hervorgetreten; auchwürde nicht leicht ein anderer erfahren haben, was Keinein den folgenden Briefen dem getreuesten Freunde seinerZugend mitteilt.

I.

accepi den 13ten Zuly 1816.responcki den Illten August 1816.

Kamburg, den 6. Zuly 1816.

An Christian Sethe!

(Ich weiß nicht, hast Du lieber Hochgebohren oder wohl-geboren? kanst Dirs daher selbst beym Nahmen schreiben).

Ja! ich will jetzt an meinem Freunde Christian schreiben.Zwar ist es nicht die dazu am besten geeignete Stunde.Wunderseltsam ist mir zu Muthe und bin gar zu herzbewegt,und habe mich wohl in Acht zu nehmen, daß kein leisesWörtlein entschlüpfe das mir den innern Gemüthszustandverrathen kann. Ich sehe schon wie zwey große wohlbekannteblaue Augen mich anstarren würden; die habe ich zwar sehrlieb, sind aber glaub ich nur zu kalt.

Ich habe mich wieder hingesetzt Dir zu schreiben undhabe alles aus dem Kerzen rauschen gelassen was Dir immerspanische Dörfer bleiben. Ich habe Dich ein bischen sehrlieb. Wie geht's Dir Alter? Erfreust mich gar herrlichund königlich, wenn Du mir brav schreibst. Thue es. Aberviel beten kann ich selbst zu unserm lieben Kerrgott nicht.