XVIII.
Von den neueren sächsischen Acsten.
grössere Zahl der heutiger» Gebiete von Europa ist mehr durch Erbschaften oder-lehnfälle als Eroberungen, und oft aus einem sehr kleinen Umfange zu ihrem der-maligen angewachsen; vornämlich aber sind unsere deutsche landesherrschaftcn in solchemFalle. Unter denselben war die Grafschaft N?cmn zur Zeit von ihrer ersten Bekannt-werdung ein unbeträchtliches landchen, anstatt daß Sachsen damals noch fast die Hälftevom ganzen Reiche ausmachte. Dieses Herzogthum, das größte von allen, wurde nachUnterliegung Heinrichs des Köwen zerstückelt, ein geringer Theil davon kam unter ebendem Namen mit der Churwürde auf einen Zweig der Nachkommen Albrecht des Dars,welcher 1422 ausgieng. Mittlerweile war das Haus der Grafen von pperrin dadurch,daß es andere mit ihm verwandte Häuser überdauerte, ansehnlich geworden; von Sei-ten der Abkunfthoheit, so weit nur die Denkmäler reichen, gab es keinem etwas nach;Meisten hatte seine Besitzungen zeitig, Thüringen später vermehrt; endlich glückte eSihm bey dem Absterben jenes Zweiges, ausser andern lehnstückeu, auch das neuere Sach-sen zu überkommen, und diese Gegenden enthielten nächst Pommern die ältesten bekannte»Wohnsitze der Gtiwi'n im nordlichen Deutfchlandc.
Von dort aus verpflanzte sich höchstwahrscheinlich em Ast derselben im fünfzehntenJahrhunderte nach Preussen, welcher, wie Urkunden lehren, wiederum einen Sprößlingau die alte Heymath zurückgab. Aber stammen die in dem heutigen Sachse»» noch vor-handene Schlieben, alle von diesem Sprößlinge, oder von einem Zweige ab , der vonjeher daselbst gegrünet hat, oder sind sie theils in dem einen/ theils in dem andernFalle? Dieses ist eine Frage, welche wir uns nicht ganz zu entscheiden getrauen, weil diedavon vorhandenen Zeugnisse sich widersprechen.
Valentin Rsnig, der Verfasser einer Geschichte des zu seiner Zeit in Sachsen be-findlichen Adels, hat nur sehr mangelhafte, oft auch falsche Nachrichten von den dortigenAeflen der Schlichen geliefert (>). Unter diesen beschreibt er den pulsmtzifchen allem,
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j l) Wenn wir vor ihm warnen müssen: so können wir in seinem Gefachs die Kanntnissen und di?Zuverlässigkeit von Jemanden gleiches Namens desiomehr empfehlen; nämlich von demGene-ral-Direktorial-Sccrclariuö König zu Berlin, welchem wir manch m gesipp forscherlichenStoffür dieß Arbeit schuldig sind.