404! XVIII. Von den neueren sächsischen Aesten.
in einigem Zusammenhange; die ausländischen aber kannte er wenig oder garnicht.
Für den Stammvater der heutigen sachsischen Zweige hült er einen Liborius; unddie jezt vorhandenen Abkömmlinge jener Zweige, es sey, daß Röntg aus ihren Haus«Nachrichten geschöpft, oder daß im Gegentheil sie demselben auf sein Wort glauben, neh-men die von ihm bekannt gemachten Stammtafeln, der Hauptsache nach, als richtig an.Liborius wird Herr auf pulßniy und Brett»,!y genannt. Seine Aeltcrn, seiner TageAnfang, ihr Ende, sein ganzer lebenslauf, gehören zu den vergessenen Dingen. Daßer im fünfzehnten Jahrhundert geboren wurde, und vielleicht noch das sechszehnte sah,läßt sich nur daraus vermuthen, weil ein Otto, der angeblich ihn zum Vater gehabt hasben soll, noch das Jahr izzo erlebte.
Daß <L>teo sowohl, als die ihm zugeschriebenen drey alteren Brüder, Balthasar,Eusiachius und George eine Hedewig von Rlux aus Strohwalda zur Mutter ge,habt haben, versichert Röntg auch. Allein die leichenpredigtcn zweyer Enkel jenes Oal-thasars, heißen die Mutter desselben eine von Gchönbcrg, und es ist zu glauben , daßdieses richtig sey, weil einer von gedachten Enkeln deutscher Ordensritter war, folglichseine Ahnen bekannt und erwiesen seyn mußten. — Fast für alle adeliche Häuser findetman die Nachrichten alterer Zeiten sehr mangelhaft, und wenn sie am vollständigsten zuseyn scheinen, sind sie öfters kaum etwas anders als willkürliche Erdichtungen. Nichtselten geht es auch mit der Geschichte ganzer Völker, wie mit der von einzelnen Ge-sippen.
Gegen Valentin Königs unerwiesene Angabe, und gegen die Meinung der sächsi-schen Schlieben, nach welcher von ihren Zweigen jenes Liborius Söhne Valrhasar,lLustachtus und George die Stifter seyn sollen , zeugen Urkunden, daß George,ein Sohn des AnHerrn der preussischen Häuser, nach Sachsen zurückkehrte, daß er daselbst1486 die ihm aus des Vaters Verlassenschaft zugefallene Güter Hohendorf und Radesbürg annahm (l) , und daß seine Nachkommen, welchen die Gesammthand an den
lehnen
(l) S. Beylage diro. 54.