VI.
Von besondern Personen des pommerschen Stammes, bis aufden gemeinschaftlichen AnHerrn aller neuernZweige desselben.
enus Schleve, der im Jahr r soo Bürgermeister zu Colberg gewesen seyn soll, deres aber damals unmöglich seyn konnte, lebte also wahrscheinlicher Weise daselbstoder zu Cammin als Vurgmaim, und vielleicht war er, wie schon berührt, eben der2)arms Burgmann zu Cainmin, dessen gleichzeitige Urkunden oft erwähnen. VonWichbold und Umbrecht, seinen Zeitgenossen, findet sich nichts aufgezeichnet, als die Na-men, und die Namen ihrer Kinder, wovon keine Nachkommen bekannt sind.
Der erste, welchen man, nach den eben genannten dreyen, der Vergessenheit entgan-gen findet, ist Gerhardus Sclcv oder Schleve. Er war gegenwärtig, als im Jahr1248 Markgraf Hans von Brandenburg der Stadt Lychen ihren Stiftungsbricf ertheil-te (l). Die Edeln, welche die Verhandlung bezeugen, stehen in folgender Ordnung:„Henricus dc Stleglirz, Durcharduo de Velervany, Lrideneuo de Barticow, Fre--„dencus in Spandowe, Gelchüdchus Scleo;" und es ist merk-
würdig, daß dieselben nicht allein aus Geschlechten sind, die damals auch in Pommernblüheten, sondern daß der zweyte und dritte, um diese Zeit, sogar, wie es scheint, in ei-gener Person Urkunden der pommerschen Herzoge bekräftigen halfen (2); Auch dieser ge-ringe Umstand zeigt eine alte Verwickelung der pommerschen und märkischen Angelegen-heiten, welche wahrscheinlicher Weife so Manchem von Adel die Gelegenheit verschafte, sichbald in der einen, bald in der andern Gegend mit Vortheil niederzulassen.
Ein
(l) Frankens alt und neu Mecklenburg S. lyz. Siebe auch Beylage No. 5. Buchholz lie-fert diesi Urkunde in seiner Geschichte der Mark Brandenburg gleichfalls ; hier ist derName Sclev in Seher verwandelt; aber Franke hatte das Original selbst abgeschrieben'Buchholz hingegen nur dieVÜSmilchischen Abschriften genutzt.
(!) Dregerö coll, liissow, b p.241 ck zzz.
Cc