XV. Von dem birkenfeldischen Zweige. Z87
Schlicken erkaufte 1525 von dem neuen Herzoge, der ihn Ritter, seinen Marschallund Pathen nennt, ansehnliche Güter (l); er soll vor 1534 gestorben seyn.
Als Luthers lehre nach Preussen drang, entsagten dort Bischöfe und Ordensritterum die Wette dem ledigen Stande. Anna, die Tochter Votho's Frecherm von Eu»lenburg, wurde Schliedeus Gemalin: Beyder Sohn,
Albrecht,
der gemeinschaftliche Stammvater ihrer noch lebenden männlichen Absprößlinge, empsiengim Jahre 1557 nebst seinen Brüdern die Bclchnung über die Güter, welche sein verstor-bener Vater von dem Herzoge Albrecht erkauft halte. In dem Lehnbriefe nennt der Lan-desherr den Vater: seinen Rath und lieben Getreuen, den wcyland gestrengen und eh-renvesten Gitter: die Kinder aber, in einem andern von 1567, die Urbaren seineUntersthauen und liebe Getreue (s). Auch andere Urkunden dieser Art erwähnen Albrechtsvon Schlicken (z); er starb 1590, ohne daß man sonst merkwürdige Lebensumstandevon ihm kennt, sein Vaterland hingegen wurde durch einen nur allzuberüchtigten Vor-fall verwirret.
Wenn das unerfahrne Vorurtheil sich thätig beweisen will, dann kommen oft seltsa-me Dinge ans Licht; und Preussen gab damals den traurigsten Beweis davon.
Nach einer langen Regierung war Herzog Albrecht im Jahr 1568 Verschieden, derSohn desselben, Albrecht Friedrich, aber noch als Jüngling sein Nachfolger geworden.Aehnliche Begebenheiten stimmen manchmal auch in gleichgültigen Umständen überein.Eine Lustbarkeit, welche unsere Väter Mummerey zu nennen pflegten, wir hingegen Mas-kerade heissen, soll die Tollheit König Aarls VI von Frankreich veranlaßt haben ; eineandere siel eben so unglücklich für den neuen Herzog von Preussen aus.
Einstmals
(1) S. Beylage Nro. 6z.ts) S. Beylage dlro 74.(z) S, Beylage Nro» 78.