und von ihrem Ursprünge. z8z
Polen fruchtlose Anfälle mit unzählbaren Heeren; mehr als einmal belagerten ihrer hun-dert tausend einen elenden Flecken umsonst; oft behielt der Orden daS Feld, selten gewanner etwas wieder, weil es ihm an einer guten Verfassung gebrach. Geldmangel, der auchunsere heutige Kriege zu schlichten pflegt, zwang endlich den Hochmeister, die Wiedcrerobe-rung der einen Hälfte Preussens aufzugeben, die andere aber von Polen zu Lehn zu neh-men (i). — So bekennt sich ein Ringer überwunden, der zwar noch aufrecht steht, aberden nahen Fall im Abgang der Kräfte fühlt.
Preussens reichste Handelsstädte, Danzig, Thorn, LlbinI, giengen für den Or-den verlohren. Sein übriges Eigenthum war gröstentheils den Söldnern ihrer Rück-stände wegen versetzt. Der Meister in Liefland, anstatt zu den Bedürfnissen hinlänglicheBeytrage zu thun, lauerte auf Gelegenheit seine Unabhängigkeit vom Hochmeister zu er-kaufen. Nach der Hand erreichte derselbe auch würklich seine Absicht. Zerstücklung be-würkte den völligen Untergang des Ganzen. Das stolze Gebäude einer neuen Macht, daskühne deutsche Abentheuerer im Norden mit unglaublicher Mühe nur ohne Cement aufge-führt hatten, zerfiel also in sich selbst, und bald hernach werden wir auch sogar die Bruch-stücke desselben zu andern Werken der Zeit verwendet sehen.
Alle Eroberungen des Ordens sind nun dahin, und die reichen Wohlthaten freyge-biger Zeitalter, deren er noch genießt, laufen vielleicht in einem habsüchtigern Jahrhun-derte gleiche Gefahr. Aber wenn es oft nothwendig ist, dem Dünkel des,Ausländers durchetwas zu begegnen , wenn die Schätzung vaterländischer Vorzüge, das Verlangen demVaterlande Ehre zu machen nach sich zu ziehen vermag , und Thaten der Vorfahren denGeist der Nachkommen zu Thaten erheben können: dann wird Deutschlands Adel sich be-wußt seyn dürfen, daß keine der fremden Nitterzünfte solch ein beträchtliches Gebiet er-stritten und beherrscht habe.
Bey dem traurigen Friedensschlüsse war Sliven einer der drey bevollmächtigten Ge-sandten (2). Ihm blieben wie andern Hauptlenten Forderungen au dem Orden übrig;sie waren desto beträchtlicher, je mannigfaltigere Dienste er geleistet hatte. Als Entschä-digung bekam er im Jahr 1469 die Stadt Gerdauen nebst dem Schlosse, die Stadt L7?or-dendurg mit einer Menge Dörfer zum Eigenthum für sich und seinen Bruder Christoph,
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(l) Loäex äixlom. reZ. ?o!. IV IV. PA. 175.(z) Mä. S. auch Beylage dlro. zz.
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