und von ihrem Ursprünge
375
der PAgl) bemTorp, Falls beyde, jenseit deS Weltmeers verpflanzt, zn Gliedern einerGesellschaft gedeihen. — Doch auch auS andern Ursachen fand daS Unkraut der Mishel-ligkeit die neue Erde zum wuchern nur allzugünsiig.
Unter den so ungleich bewafncten Eroberern — den Kriegern und den Priestern --welche ein vereinigtes Bestreben dorthin zog, war die Erweiterung von dem Reiche Got-tes durch Bekehrung der Heyden das gemeinschaftliche Losungswort; doch Treuherzigkeitallein hatte bloö diesen Zweck: Eigennutz hingegen desto mannigfalligcre Absichten; undals das Unternehmen sich durch Erfolg gesegnet faud, machte zwar Niemand dein Him-mel die Seelen der Bezwungenen streitig, Leib und Gut derselben aber gediehe bald zueinen» Zankapfel zwischen Täufern und Fechtern. Sich einander zu übcrvortheilcn, wett-eiferten sie stets. BiSthnmer und Ordcnspflegcn wurden feindliche Machte, welche nichtselten benachbarte Ungläubige gegeneinander zu Hülfe riefen. Die Verbitterung unter derlehrende!» Klasse und der kampfcndcn, vermehrte den Unfug, der durch die innere Ei-fersucht einer jeden schon groß genug »rar. Selbst von den zweyen dort ineinander geschmol?zenen Nitterzünften, bestunden die Marianer grossentheils aus Franken im alten Ver-stände, die Schwcrdtrager aus Sachsen nach eben dieser Bedeutung. So angepflanztfanden sich die Gegenden, »vorüber jede Zunft vor der Einverleibung besonders geherrschthatte: sie blieben der Sitz der alten Gesinnungen» In Preussen waren die Oberdeut-schen, in Liestand ihre Widersacher die Stärksten. Hier wählten diese endlich im Jahr1439 eigenmächtig ihren Meister, welchen sonst das Ordensoberhaupt ernennt hatte;dorr reimte man in der Wundart der Minnesinger;
„Hier mag Niemand Gcbietiger seyn,
„Er sey denn Schwab, Bayr oder Fränklein;"
ein alter Ordensherr aber, nachdem Uneinigkeit schon betrübte Folgen gehabt hatte, füg^te hinzu;
„Wir haben einander wohl geheit,
„Und sind eines guten Landes gueit„Habens Niemand zu danken„Dann Beyr, Schwab und Franken." (l)
Solcher?
(l) Caspar Schütz preussische Chronik, Buch iv.
Ddd s