176 IV. Vm dem pommerschen Stamme
auch seine eigene Landesherren. Es läßt sich gleichwol mit Gewißheit kein ältererStammvater der folgenden Herzoge dieser Gegend angeben, als Svanribor der erste. ImJahr 1107 starb derselbe noch als Heydc. Es war unter seinem Nachfolger lVartis-lav, wo die Zeit kam, daß die dortigen Wenden, welche bis dahin die Gottheit unterder Gestalt eines dreyköpsigten Menschen verehrt hatten, solche in dem Bilde eines Ge-kreuzigten anbaten sollten» — Triglaff mußte Christo weichen.
Die grössern Reiche, welche Pommern umgaben Deutschland, Dännemark,Schweden, Polen — waren schon lange der Kirche einverleibt. Auch den pommerschenWenden hatte man das Evangelium schon lange, aber vergebens, gepredigt. Endlich un-terstützten es ihre machtige Nachbarn mit Feuer und Schwerd so nachdrücklich , daß je-nen nur die Wahl übrig blieb, entweder ein Christenvolk zu werde», oder aufzuhören einVolk zu seyn.
Ihr Landesherr war klug genug, das erste lieber zu wollen; und als der neue Apo-stel — Otto Bischof zu Bamberg — erschien, begünstigte Wartislav gleich Anfangsdessen geistlichen Feldzug, so viel er es nur vor seinen verstockten Unterthanen wagendurste.
Diesen Fürsten ergötzten bey seinem Heydenthume nicht so manche Gemalinnen alsden weisen Salomo, oder andere wackeren Manner, die unter dem alten Gesetze lebten;für einen Anhänger des neuen aber waren ihm deren dennoch drey und zwanzig zu vielbeygelegt worden. Er schickte sich in die Zeit, entsagte diesem Uebcrflusse wie den Göt-tern seiner Bäter, bekannte sich endlich selbst öffentlich zu der Lehre des Apostels , undließ geschehen, daß ein neuer Staat im Staate unter dem Namen eines BißthumS errich-tet würde (1). Weil aber Zwang und Nothwendigkeit — nicht Erleuchtungvon oben — das Bekehrungswerk vollbrachten: so gab es manche traurige Auftritte,und Wartislav selbst starb rizö von der Hand eincS Meuchelmörders. — Ob er seinenabgedankten Göttern oder Weibern aufgeopfert wurde, ist unbekannt»
Schon
(r) Vota LanÄi Ottonis in des Herrn von Ludwig scnpt.rer. Lsmb»