gruppenweisen Zusammenarbeitens in früheren Perioden hin; dieGruppen bilden Arbeitsgenossenschaften zur Vornahme gemeinsamerTätigkeiten, und die alten Sitten sind übergegangen in die historischeZeit. Die ganze Bergwerksverfassung entsprach dem gruppenweisenZusammenarbeiten von Erzgräbern, die noch bis ins 14. Tahrhundertihren Verdienst in dem betreffenden Erzanteil haben, den sie teilen.Schmoller erwähnt das genossenschaftliche Zusammenarbeiten derFischerei, die Matrosenlöhnung, die Gruppenakkorde der LippeschenZiegelarbeiter. Wichtiger als Vorläufer der heuligen Genossenschaftensind jene Unternehmungen, die sich aus gemeinschaftlichem Besitzergeben haben. Waldgenossenschaften haben Sägemühlen und Fluß-anstalten eingerichtet, betreiben Flößerei und Holzhandel. Die Zünftehaben Verkaufshäuser, Färbehäuser, Bleichen errichtet, die Handels-güden Kräne und Kais angelegt. Zu den Vorläufern des heutigenGenossenschaftswesens, von dem Faßbender mit Hecht sagt, daßman es kurz als die naturgemäße Reaktion gegen das plötzlicheEindringen der individualistischen Wirtschaftsordnung bezeichnenkann, gehören die Lietkeschen Sparvereine, die bezweckten, kleineErsparnisse aufzusammeln, um dann mittels der hieraus erwachsenengrößeren Summen Feuerungsmaterialien und Kartoffeln im großenanzukaufen und dadurch auch den Unbemittelten die Vorteile desGroßbezuges zugänglich zu machen. Zu den Vorläufern sind dieDarlehnskassen zu zählen, die in den vierziger Jahren entstanden,die sich von den späteren Kreditvereinen im wesentlichen dadurchunterscheiden, daß die Kreditnehmer keine bestimmten A r erpflich-tungen gegenüber der Kasse hatten, und daß dies© das Betriebs-kapital durch Inanspruchnahme von Wohltätern deckte. Als ältereVorläufer sind die Mühlengesellschaften, wie sie auf demi Hundsrückund am Niederrhein bestanden, anzusehen, ebenso die Backgesell-schaften, Hilfs- und Unterstützungsvereine (Faßbender: „F. W. llaiff-eisen", S. 67 ff.). Vor allem gehören zu den Vorbildern die Land-schaften, die vielleicht die vollkommenste Realkreditorganisationauch heute noch darstellen. Mitte der vierziger Jahre des vorigenJahrhunderts wurde von den verschiedensten Sei ton aus in Deutsch-land der genossenschaftliche Gedanke aufgegriffen als ein Mittel, umHandwerk und Arbeiterschaft wirtschaftlich zu stützen gegenüberden Umwälzungen im wirtschaftlichen Leben. Eduard Bernstein er-achtet Weitling, Bauer, Born, Bisky, die zum Teil von der Schweiz ausProduktivassoziationen der Arbeiter zu gründen versuchten, für dieersten energischen Propagandisten der genossenschaftlichen Idee inDeutschland. Bernstein übersieht, daß die „genossenschaftliche Idee"nicht neu war. Es handelte sich um die Findung einer Form für ihre
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