31
Köln — Haus Feinhals.
Erbaut 1908. Architekt Joseph Maria Olbrich.
VI.
Wilhelm Kreis 1 war fast zwanzig Jahre lang, von seiner Berufung nachDüsseldorf bis zu seiner Übersiedlung 1927 an die Kunstakademie zu Dresden,im künstlerischen Bauleben der Rheinlande eine der bestimmendsten Persönlich-keiten und durch seine große Schule eine der einflußreichsten. In dieser Zeit ent-stand auch außerhalb der Rheinlande eine Anzahl seiner bezeichnendsten Bauwerke,das Rathaus zu Herne i. W. (1910), Schloß Bühlerhöhe im Schwarzwald (1912/13),das Bismarckdenkmal in Stettin (1913/15), das Verwaltungsgebäude des BochumerVereins in Bochum (1923), die Zellstoff- und Papierfabrik in Aschaffenburg und dieWarenhäuser Tietz in Chemnitz, Althoff in Dortmund und Knopf in Karlsruhe.Kreis ist ein ganz anders geartetes Naturell als Olbrich und Behrens. Er ist Rhein-länder, ist geboren in Eltville im Rheingau. Er verhält sich zu Olbrich und Behrenswie das sich berauschende und im Tempo eigene rheinische Volkslied zum beschau-lichen und in der Form wohlklingenderen süddeutschen und österreichischen undder Schwere und Melancholie des norddeutschen Volksliedes. Kreis wird nicht indem Maße wie Behrens beherrscht vom Intellekt. Das Vorherrschende ist seinTemperament, das einen schon oft mitgerissen hat. Auch Behrens' auf Wirkung
1 Karl Meißner, „Wilhelm Kreis". G.D.Baedeker, Essen 1925.Wilhelm Kreis usw." Friedrich Ernst Hübsch, Verlag, Berlin o. J.
„Neue Werkkunst.