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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
Entstehung
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I.

Man darf den Eintritt unseresRheinischen Vereins für Denkmalpflege undHeimatschutz" in sein drittes Jahrzehnt, den 21. Jahrgang, nicht vorüber-gehen lassen, ohne sich einmal Rechenschaft zu geben: Wo stehen wir? Was liegthinter uns? Was liegt vor uns? Wie werden sich voraussichtlich bei den so gänz-lich veränderten Zeitverhältnissen, ihren neuen Bauaufgaben und neuen Kon-struktionsmöglichkeiten in der Baukunst die Dinge entwickeln? Mein unvergeß-licher Vorgänger in der Schriftleitung unserer Vereinsveröffentlichungen, unserhochverdienter Friedrich Wilhelm Bredt, hat zum Beschluß unserer zehnjährigenVereinstätigkeit in seinemZehnjahrbericht" eine Bilanz aufgestellt (X, 3) und den11. Jahrgang mit einem Programmheft begonnen:Wege, Ziele und Zukunftsauf-gaben des Heimatschutzes." Er hat nicht voraussehen können, wie zehn Jahre späterdie Bilanz ausfallen würde; ich kann ebensowenig voraussagen, was 1938 mein Nach-folger berichten wird. Ich kann nur Andeutungen machen, Möglichkeiten aufzeich-nen, denn wir stehen erst am Anfang einer neuen Entwicklung von unerschöpflichenneuen Konstruktionsmöglichkeiten. Neue Konstruktionen, neues Baumaterial undneue Bauaufgaben, alles Faktoren, charakteristisch für unsere gegenwärtigen Ver-hältnisse, fordern eine Änderung oder Um- oder Neubildung überlieferter Bau-formen, formen gleichsam einen neuen Stil. Aber in einem werden mein Nachfolgerund ich mit meinem Vorgänger übereinstimmen, daß die Belange des Heimat-schutzes, diegesunde Weiterbelebung heimischer Bauweisen", die zeitentspre-chende Lösung neuer Bauaufgaben in Anpassung an den Charakter des Orts- undLandschaftsbildes eine größere Bedeutung für unsere Vereinsbestrebungen hatten,gegenüber den Fragen der Denkmalpflege, demSchutz, Sicherung und Erhaltungder in den Rheinlanden vorhandenen Denkmäler der Geschichte und der Kunst".Das ist wohl eine der Aufgaben unseres Vereins. Aber er ist nicht nur rückblickendgegründet worden. Sein Erfolg und Einfluß bestehen gerade in der ungelehrten, dafürkünstlerischen Einstellung modernen Bauaufgaben gegenüber.Die Wertung desDenkmalbegriffes ist mählich eine andere geworden", schreibt Paul Clemen 1907im ersten Hefte unserer Zeitschrift.Nicht die Kunstformen allein machen dieBedeutung aus und nicht auch ausschließlich die großen und politisch wichtigengeschichtlichen Erinnerungen, die mit einem Denkmal verbunden sind ... Derganze Rahmen, in dem solch ein Bauwerk steht, wird von Wichtigkeit, seine land-schaftliche Lage, die Gruppierung, die Umgebung, die Nachbarschaft ... Das Ge-fühl für Abrundung, für Einpassung in den Rahmen, in die Umgebung, die Emp-findung für den Maßstab ... Die Wiederanknüpfung an die aufgegebene Traditionerscheint uns zuletzt nur notwendig, um uns die grausamen Mißverständnisse derletzten Jahrzehnte vergessen zu lehren sie soll keine Fessel sein, die wir längermit uns herumschleppen, als eben notwendig ist! Und daneben soll alle echte Kunst,wenn sie nur Kunst ist, ihre Stelle und ihr Recht haben ... Wir schaffen wahrlichnicht für ein paar Kunstgelehrte und für die kleine Zahl der archäologischenLiebhaber!" Auch sonst betonten Anlage und Aufbau unserer Veröffentlichungen