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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
Entstehung
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XVI.

Industrie- und Wohnhaus waren früher keine getrennten Bauaut'gaben ver-schiedener Schaffenszweige. Das große Lebenswerk eines Johann KonradSchlaun im 18. Jahrhundert in Westfalen z. B. enthält ebenso Entwürfe für Brückenund Lagerhäuser, Furagewagen und Geschütze, wie für Herrensitze und fürstlicheSchloßanlagen. Im 19. Jahrhundert war die Scheidung von Bauingenieur und Bau-künstler auch eine Trennung der Bauaufgaben geworden. Der Industriebau kamfür den Baukünstler nicht mehr in Frage, und es entstanden daher leider so vielenüchterne Zweckbauten ohne Sinn für rhythmische Gestaltung, im Gegensatz zuden älteren Industrieanlagen, die sich geschickt dem Landschaftsbilde anzupassenwußten. Bauwerke, die nicht in eine kunstgeschichtliche Stillehre einzureihenwaren, interessierten den Laien nicht mehr. Im übrigen erlebte die breitere Mengeder Kunstinteressierten ja auch kaum den Industriebau. Die großen Industrie-schöpfungen liegen in Bezirken für sich, oft weit außerhalb der Stadt; nicht seltenhaben sie erst um sich einen neuen Ort geschaffen, abseits der üblichen Verkehrs-straße. Und wo die Industrie den Rheinstrom aufsuchte, da war es der stille Nieder-rhein, der nicht mehr zurRheinreise" zählte (Bild S. 169, 172, 173). AllgemeinesVorurteil gegen das unbekannte häßliche Industrieland wandte sich ab vomIndustriebau. Industrie war auch kein Darstellungsgebiet für den DüsseldorferLandschaftsmaler, und wenn schon einmal Industrie dargestellt wurde, so warnicht der Maler der angeregt aus sich Schaffende; es war ein Porträtauftrag füreine bestimmte Werkanlage. Die einzige große Ausnahme war der Belgier Con-stantin Meunier (t 1904). Spät erst hat der heimische Kunstmaler die heroische

Duisburg.

Die Niederrheinische Hütte am Rhein.