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Grundriß einheitlich klarer entworfen werden konnte. Messet hatte Beton- undEisenkonstruktionen seiner Halle im Wertheimbau bekleidet mit Dekorationen,angelehnt an Barock und altchristlichen Wandschmuck. Die Gleichung stimmteebensowenig wie beim älteren Bauabschnitt des Außenbaus (Bild S. 28). Olbrichschuf dagegen einheitlich farbenprächtige Räume. Seine ursprüngliche Wiener Be-gabungfeierte hier wahre Triumphe, besonders in der mittleren Halle, die er mitberechtigtem Stolz seinen „Dom" nannte. Jede Einzelheit ein Kunstwerk derSchnitzerei, Metall- und Stuckarbeit. Farbiger Marmor aus Siena und Skyros,weinrotes Mahagoniholz, eingefaßte farbige Steine an den prachtvoll gearbeitetengroßen Beleuchtungskörpern, die in die Hallen hineinschweben; in einzelnen Räu-men wirkungsvolle Kompositionen verschiedener kostbarer Hölzer, Ahorn und Eben-holz usw. In allen diesen Dingen des Schmuckes und der Ausstattung viel persön-licher und ausgeglichener als bei Messel. Und dennoch muß man sich bei all dieserkünstlerischen Schönheit auch hier fragen: War mit ihr der Zweckaufgabe einesWarenhauses auch gedient? Zieht nicht die kunstvolle Arbeit des feinnervigenFarben- und Raumkomponisten Olbrich letzten Endes zu sehr das Auge ab — vonden ausgestellten Waren?
Olbrich hat leider die Fertigstellung seines Warenhauses nicht mehr erlebt. Ersollte sein 41. Lebensjahrnicht mehr vollenden; er starb am 8. August 1908. Erhat auch die Innenausstattung seines letzten Bauwerks, des Hauses Feinhals inKöln-Marienburg, nicht mehr ausführen können und Bruno Paul überlassenmüssen (Bild S. 31). Haus Feinhals mag andeuten, welche Entwicklung Olbrichgenommen haben würde: nichts mehr von der alten kunstgewerblichen Neigungfarbiger und ornamentaler Musterungen! Dieses Heim eines bekannten KölnerKunstfreundes atmet eine monumentale Würde in der Klarheit und Ordnung desGestaltens, der Beziehung der einzelnen Bauteile zueinander und ihrer Schmuck-losigkeit. Olbrich und Behrens waren sich künstlerisch nahegekommen. OlbrichsTod ist ein gar nicht abzuwertender Verlust! Sein Nachfolger als Warenhausbau-meister wurde Wilhelm Kreis.
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Düsseldorf — Warenhaus Tietz.
Erbaut 1908. Fassade an der Rathenaustraße. — Vgl. Bild S. 29. — Architekt Joseph Maria Olbrich.