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Düsseldorf
Erbaut 1908." Ansicht von der Königsallee. ■
■ Warenhaus Tietz.
Vgl. Bild S. 30. — Architekt Joseph Maria Oibrich.
Fassadenpfeiler an den beiden Fronten der Königsallee und Hindenburgwall findennicht allein in sich einen Ausklang in dem Rundabschluß, sondern auch in denMansarddachfenstern darüber, die in die Dachlinie überleiten. In der Verbindungs-straße sind zwei Eckgiebel die festen Rahmenpfosten der langgezogenen Fassade(Bild S.30). Die kleineren Giebel über den Eingängen suchen in ihrer LinienführungAnschluß an das vertikale Stabwerk der Fenster. An der Verbindungsstraße wärehier der plastische Schmuck schon zu missen, Briefmarken und kein Flächenschmuck.Aber das ist erst nach Olbrichs Tode entstanden. Der plastische Schmuck an denDachgiebeln ist mehr ein Künstlerscherz: viele Figuren bilden zusammen auf dieEntfernung eine Männermaske, Idee des'Warenhauses. Das ist impressionistischempfunden. Impressionistisch wie die Zeit ist auch der Bau, Muschelkalk in denUmrissen zitternd, dazu die Flächen absichtlich geraut, in die Pfeiler noch Beleuch-tunsgkörper eingebaut. An Vorfrühlings- und Wintertagen abends von märchen-hafter Wirkung, vielleicht das wirkungsvollste Baudenkmal eines impressionisti-schen Einheitsstils. Gesamtvorzug vor Messeis Wertheimbau: nicht allein, daßKonstrukteur und Dekorateur — d. i. in einer Person Oibrich — einander so aus-gezeichnet verstehen und nicht im Streite liegen, sondern daß der Dekorateur sichdem Konstrukteur unterordnet, gleichsam seine tektonischen Ideen dekorativweiterführt. Das ist für die Zeit um 1906 die große Bedeutung des Bauwerks!Der Wertheimbau war etappenweise entstanden. Oibrich aber konnte seinenDüsseldorfer Bau aus einem Guß vorführen, was den Vorzug hatte, daß auch der