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Berlin — Warenhaus Wertheim.
Der ältere Teil im Hintergrunde in der Straßenflucht vollendet 1897; der vordere Teil am Leipziger Platz 1904.
Architekt Alfred Messel.
gefunden. Aber bei allen Einzelschönheiten kann man darüber streiten, ob dieZweckbestimmung des Bauwerks eine so reiche dekorative Entfaltung rechtfertigenkann? Die große Tat Messeis als Ganzes, aus ihrer Zeit heraus verstanden, und inder starken suggestiven Anregung für die Nachfolger wird dadurch keineswegs ge-schmälert. — Das war Olbrichs Voraussetzung zu seinem Tietzbau in Düsseldorf.Messeis Bau ist eingekeilt zwischen gleich hohe Häuserzeile. Olbrich konntedagegen seinen Tietzbau als breiten Kubus zwischen zwei Hauptverkehrsstraßender Stadt, dem breiten Hindenburgwall und der noch breiteren Königsallee, weitüber die damals noch niedrigeren schlichten Bürgerhäuser hinaus als beherrschendenMonumentalbau entwickeln (Bild S. 29). Das war bei ungefähr gleichen Höhen-verhältnissen gegenüber dem Wertheimbau ein großer Vorteil für die Gesamtwirkung,wie es Messel auch einmal hatte bei seinem Rathause in Ballenstedt im Harz, dessenDach- und Giebelumriß alle Linien der Giebelhäuser des kleinen Ortes magnetischnach oben hin ansaugt. Relativität der Wirkung eines Bauwerks! Es ist auch keinZufall, daß Olbrich seinen Bau mit dem beherrschenden hohen Mansarddach beschloß;es ist der für die monumentale Wirkung notwendige Superlativ der bescheidenenNachbarhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gleichzeitig aber auchein Vorteil für Beruhigung und Ausklang des Auftriebs der vertikalen Fassaden-pfeiler. Dazu kommen noch hoch oben die in der Form schlichten horizontalenBalkongeländer für die zurückliegenden Dachgeschosse, sachlich begründet, be-quemer Austritt für die Angestellten. Die über diese Balkongitter hinausgehenden