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Anhang. Das Schafopfer im Cultus der kyprischen Aphrodite.
dass dem Tiere die Macht innewohnte, Unglück abzuwenden 702 . Solche Or-namente sind in der That diioipÖTCoax. Doch hat es stets Bedenken gegen sich,derartige allgemeine Argumente für die Deutung eines besonderen Ritualszu verwerten; denn dasselbe Opfer kann in dem einen Ritus ein Sühn-opfer, in dem andern ein gewöhnliches Opfer sein, und es folgt z. B. daraus,dass dem Zeus ein Stier als Sühnopfer dargebracht wurde, noch durchausnicht, dass das gleiche Sühnopfer auch im Cultus der orientalischen Aphroditeangemessen war. Aber betreffs der Opferung eines Schafes als Sündopfer habenwir Beweise dafür, dass sie nicht auf den Cultus einer Gottheit beschränkt war.Denn als Epimenides nach Athen geholt wurde, um die Pest zu vertreiben,liess er ein schwarzes und ein weisses Schaf vom Areopag fortlaufen, wohinsie wollten, und befahl, dass jedes dort, wo es sich niederlegen würde, der un-benannten Gottheit der Stätte geopfert werde 703 . Diese Form der Entsündigungkam aus Kreta, das eine der Etappen war, über die orientalischer Einflussnach Griechenland überging, sodass auch dieses Beispiel unsere Beweis-führung bekräftigt. Dass in der That Schafe oder Widder als Sühnopfer aufden Altären der orientalischen Aphrodite geopfert wurden, scheint sich ausdem bereits erwähnten Ritual von Hierapolis zu ergeben. Aus dem Poenulusdes Plautus erhellt ferner, dass das Gleiche in Karthago der Fall war; dasdort (V. 453) erwähnte Opfer von sechs männlichen Lämmern ist dazu be-stimmt, die zornige Göttin zu versöhnen.
Diese Erörterungen werden, wie ich hoffe, genügen, um meine allge-meine Auffassung des kyprischen Ritus zu rechtfertigen und die vorgeschlageneVerbesserung des Textes zu unterstützen. Das Opfer war ein Sühnopfer, unddas Schaffell (xwStcv) gehörte mithin zu dem Ritual. In dem überliefertenText aber ist der Gebrauch desselben völlig unverständlich, während die Ver-besserung zu eaxE7iaauevoo einen Sinn ergiebt, der diesem Zuge den gleichenCharakter verleiht, den er in analogen cultischen Bräuchen hat. Die inter-essanteste Seite der Ceremonie tritt indes erst hervor, wenn wir sie mit einerThatsache in Zusammenhang bringen, mit der ich bisher zurückgehalten habe,weil ihre Bedeutung von einer Theorie über das mystische und das Sühn-opfer abhängt, die bisher nicht allgemeine Annahme gefunden hat. Ein Schafoder der Kopf eines Schafes ist ein religiöses Symbol, das sich ganz gewöhnlichauf kyprischen Münzen findet. [Fig. 7 u. 8.] Einzelne dieser Münzen zeigen eine
Pig. 7. Fig. 8.
Kyprische Münzen.
Nach de Luynes, Numisrn. et inscript.
Gypriotes. PI. I, No. 3.
Fig. 9.
Kyprische Münze.
Nach de Luynes, PL V,
No. 3 und PL VI, No. 5.
792) Stephani, Gompte rendu, 1869, p. 130 ff.
793) Diogenes Laertius, 1, 10, § 110: r Xaßu>v npdßaxa uiXavä xs xal Xsuxärifaye rcpoc; xöv "Apsiov nx^ov. Kaxeifrsv s'iaasv tevat ol ßoüXoivxo, 7tpoaxägaj xoig äxoXouS-oigIv9-a äv y.axaxXivoi aüxcöv ixaaxov S-ueiv xtp rcpoovjxovxi S-säi • xat oöxw Xrjgat xo y.ay.öv."