Anhang. Das Schafopfer im Cultus der kyprischen Aphrodite. 337
Anhang.Das Schafopfer im Cultus der kyprischen Aphrodite 703 .
Der cultische Brauch, der den Gegenstand der vorliegenden Untersuchungbildet, ist uns aus einer Angabe des Joannes Laurentius Lydus be-kannt 704 . In seinem „Liber de mensibus" redet er von dem Venusfest anden Kaienden des April; und zwar lautet der überlieferte Text lib. IV,cap. 65 folgendermassen 70 °:
„'ETL|i,äTO Se y) 'AcppooLXYj xoig aÜTOis, o!g xal yj "Hpa- iv ok xy) Kintpü)rcpoßaxov xci)Si(p eax£Tiaa[i,evov auvs-8-uov ttj 'AcppoStTifl — 00k xpbnoc, xfjsEepaxetag ev xyj KÖTiptp cotö xfjs Kopivfrou na.pfiX%-s tioxe — ehoc oe xat aua;aypt'ouj e&uov aux^j 61a xyjv xaxa 'ASibviSog sraßouArjV, x-(j Ttpo xeaaapwv Nwvwv,rjyouv xfj Seuxepa v)[Jipa xoü 'AuptXtou."
Diese Stelle ist bei wissenschaftlichen Untersuchungen über die alteReligion sehr oft angeführt worden, ohne dass jemand — soweit ich sehe —an der grossen Schwierigkeit Anstoss genommen hätte, die ohne eine Aen-derung des Textes kaum scheint gehoben werden zu können. Lydus beginntKapitel 65 mit einer Beschreibung der Bräuche, mit denen Frauen der höherenund niederen Volksklassen die Venus an den Kaienden des April verehrten.
Natürlich spricht er dabei von dem römischen Brauch, wie sichschon aus dem allgemeinen Plan seines Werkes ergiebt und ebenso aus dengeschilderten Bräuchen folgt, die er aufzählt. Zunächst sagt er von den vor-nehmen Frauen: „al aepac yuvatxöv bizkp 6|iovota; v.a.1 ßfou adxppovog ext|i.wvxtjv 'AcppoStxTjv". Das stimmt überein mit dem Cultus der Venus verti-cordia, der Beschützerin der weiblichen Tugend, deren Cult auch Ovid mitden Kaienden des April verbindet 700 .
763) [Die nachfolgende, selbständige Abhandlung ist ein Vortrag, den W. R.Srnith in der „Cambridge Philological Society" 1888 gehalten hat. Nachdem derselbefrüher nur in einem kurzen Auszuge bekannt war, hat ihn "W. R. Smith in der zweitenAufl. der„Lectures 011 the Religion of the Semites" 1894, p. 469—479 veröffentlicht. Erschliesst sich an Cap. VIII S. 237 an.]
764) [Die Werke des JoannesLydus (ca. 490—570) sind antiquarische Unter-suchungen über Gegenstände der alten römischen Welt; ihr Wert liegt darin, dassJ. L. nochjlte, sonst verlorene Quellen benutzt hat, wie Nigidius und Labeo.Vergl. Christ, Gesch. d. griech. Litteratur. 3. Aufl., p. 799. Sehr stark ist Jo. Lydusvon den Byzantinern benutzt; s. Krumbacher, Gesch. der byzantin. Litteratur. 2.Aufl. passim. Kritische Ausgaben des Jo. Lydus von C. Wachs muth, Liber de os,tentis et Calendaria graeca omnia. 2. Aufl. Leirjzig, 1897, und von R. Wuensch-^Liber de mensibus. Leipzig, 1898.]
765) [Nach den älteren Ausgaben, z. B. von G. Roether, Cap. 45. Ich citiereLydus, De mensibus nach der soeben erschienenen Ausgabe von R. W u e n s c h,Leipzig (B. G. Teubner), 1898.]
766) Fasti, IV, 155 ff. Nach Mommsens Conjectur war dies Fest am 1. April
Smith, Eeligion. 22