III
Vorwort von Professor D. E. Kautzsch.
Dem Andenken des unvergesslichen W. Robertson Smith (gel).8. Nov. 1846 zu Keig in Schottland, gest. 31. März 1894 als Professor derarabischen Sprache und Litteratur zu Cambridge) ist auf deutschem Bodenzuerst ein würdiges Denkmal gesetzt worden durch W. Rothsteins Ueber-setzung von Smith's „Old Testament in the Jewish Church" („Das a. T.Seine Entstehung und Ueberlieferung". Freib. 1894). Neben diesem Werkehätte der Unterzeichnete seit Jahren kaum ein anderes Werk der ausländischentheologischen Litteratur zu nennen gewusst, dessen Einbürgerung in Deutsch-land er in solchem Maasse wünschte, wie R o b. Smith's „Lectures on theReligion of the Semites". Dieser Wunsch ist nunmehr durch die hier vor-liegende Uebersetzung erfüllt, und es - ist mir eine Ehre und Freude, der-selben ein empfehlendes Wort mit auf den i Weg zu geben.
Die eminente Bedeutung des Werks ist' von den Fachmännern längstgebührend gewürdigt worden. Die mancherlei Einwendungen und Fragezeichen,die man mit mehr oder weniger Recht zu machen für nötig fand, haben dieAnerkennung nicht aufzuhalten vermocht, dass man es hier mit einer Leistungersten Ranges zu thun habe, mit der Arbeit eines Forschers, der aus demVollen schöpft, d. h. aus den Ergebnissen vieljähriger, mit rastlosem Eiferund unbestechlichem Wahrheitssinn gepflegter Studien. Durch die Aufstellungzahlreicher neuer Gesichtspunkte hat Rob. Smith eine Fülle fruchtbarerAnregungen gegeben und die Diskussion vielfach in ganz neue Bahnen ge-lenkt, so dass heute seine Einwirkung auf die religionsgeschichtliche For-schung im Bereiche des Semitismus aller Orten zu spüren ist.
Der begeisterten Schilderung, die Prof. Rothstein im Vorwort zu deroben erwähnten Uebersetzung eines anderen Werkes S m i t h's von dem per-sönlichen Charakter, insbesondere von der herzgewinnenden, in schweren An-fechtungen und körperlichen Leiden bewährten Frömmigkeit des herrlichenMannes gegeben hat, wüsste ich nichts hinzuzufügen; ich kann sie vielmehrnur auf Grund langjährigen brieflichen, einmal auch persönlichen Verkehrsvollauf bestätigen. Es liegt in der Natur des Stoffs, dass diese Seite — diereligiöse Persönlichkeit des Verfassers — im vorliegenden Werke nicht indem Maasse in den Vordergrund tritt, wie in seinen Ausführungen über dieEntstehung des A. Testaments oder wie in seinem schönen Werke über „diePropheten Israels und ihr Platz in der Geschichte". Aber auch hier kannes dem aufmerksamen Leser unmöglich entgehen, dass hinter dem exaktenForscher mit seinem unbeugsamen Wahrheitsmut doch zugleich die fein-sinnige religiöse und wahrhaft christliche Persönlichkeit steht, der die Er-