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Die Religion der Semiten
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Brandopferaltäre. 287

einen Punkt hingewiesen, der sich bei unserer Untersuchung ergeben hat.Das Menschenopfer wurde nicht auf dem Altar, sondern auf einem Scheiter-haufen oder in einer Feuergrube, die für diesen Zweck hergestellt waren,verbrannt. Das tritt uns ebenso in den Mythen von Diclo und Herakles entgegenwie in dem thatsächlich geübten Brauch. Zu Tarsus wurde für die Ver-brennung des Herakles alljährlich ein grosser Scheiterhaufen errichtet; beimkarthagischen Kinderopfer fielen die Opfer in eine Feuergrube , und bei demStieropfer der Harranier wurde das Opfer an ein Gerüst gebunden, das übereiner Grube aufgestellt wurde, die mit Brennstoffen angefüllt war. Endlichist der bei Jesaia (30, 33) erwähnte Topheth eine breite und tiefe Grube, diemit Holz angefüllt war, wie der mit Feuer angefüllte Graben, in dem nachden arabischen Berichten die Opfer des 'Amr ibn Hind und die Märtyrervon Negrän ihr Ende fanden 050 . Alle diese Veranstaltungen sind von demaltsemitischen Altar und dem heiligen Steine völlig verschieden. Sie sindweitere Ausgestaltung der primitiven Verbrennungsstätte, indem im Erdbodeneine Grube hergestellt worden ist 061 . Somit ergibt sich denn, dass beimMenschenopfer und beim Ganzopfer überhaupt das Verbrennen ursprünglichkein notwendiger Bestandteil der Ceremonie war, und dass es nicht auf demAltar oder im Heiligtum, sondern an einer von den Wohnungen der Menschenabseits gelegenen Stätte erfolgte. Diese Bestimmung wurde dann auch inspäterer Zeit bei Menschenopfern und feierlichen Sühnopfern dauernd fest-gehalten.

Brandopferaltäre.

Bei den gewöhnlichen Brandopfem von Tieren muss sich der Brauch,das Fleisch im Hofe des Heiligtums zu verbrennen, bereits ziemlich früh ein-gebürgert haben. So setzen für die Hebräer bereits die beiden alten Erzählerdes Pentateuch, der Jahwist und der Elohist, den Brauch voraus, volle Brand-

650) Agh. XIX, 129. Ibn Hisam, p. 24; Tabari, I, 925. Sure 85, 4 ff.

651) Mir scheint, dass nBn eigentlich ein aramäisches Wort ist für eine Brand-stätte oder für das Gerüst über dem Feuer, um das Opfer zu tragen, wie es im harra-nischen Opfer und in anderer Form in Karthago erscheint. Wir dürfen nichtetwa annehmen, dass das eherne Gottesbild (Saturn") eine "künstlerisch ausgeführteStatue war; es war nur eine weitere Ausgestaltung der Gestelle einer primitiven Opfer-stätte. Ich stelle es mir als einen Pfeiler oder Kegel mit roh angedeuteten Armen undKopf vor, etwa wie das auf den karthagischen Stelen der Tanith so oft abgebildeteSymbol der Gottheit. Der Name für die Steine, auf die der Kochkessel gesetzt wird,

dann für jedes Gesteil oder jeden Breifuss ist im Arabischen S^ä'jI utftjja, im Syrischen\*2iZ. trfäjä, wovon (nach bekannten Analogien) iisn frfät eine Nebenform sein mag.Bas entsprechende hebräische Wort ist nbttfK entstanden aus sfät, das Aschen-grube oder Büngerhaufen bedeutet; ursprünglich aber muss es den Feuerplatz bezeichnethaben, weil das denominative Verbum nsüeinen Kessel aufs Feuer setzen" bedeutet.Im Beben der Nomaden ist der Feuer- oder Kochplatz des einen Tages am nächstenein Aschenhaufen. Zu der Zeit, wo nun das Wort PBri im Hebräischen zuerst erscheint,ging der wichtigste auf die jüdische Religion wirkende Einfluss von Damaskus aus(IL Kön. 16). Insofern ist also die Hypothese, dass nari ein aramäisches Wort sei, nichtunwahrscheinlich. Bie Aussprache tötet ist ganz unsicher; die LXX haben xacpsfr. BieMassoreten scheinen dem verabscheuenswerten Binge die Vokale von rifi?3Schande"gegeben zu haben.