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Die Religion der Semiten
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Der Gott als Ba'al seines Landes. 67

wird nicht auf das Verhältnis des Herrn zum Sklaven, des Höheren zumNiederen angewandt; es ist daher unzutreffend, das Wort in seiner Anwendungals Titel der Gottheit als ein blosses Synonymuni der Titel aufzufassen, welchedie Herrschaft über die Menschen zum Ausdruck bringen. Wenn ein Gottschlechthin alsder Baal" bezeichnet wird, so ist der Sinn des Begriffesnicht der Herr seiner Verehrer", sondern der Besitzer irgend eines Ortesoder Gebietes. Und jeder einzelne in der Menge der localen Ba'alim wirddurch Beifügung des Namens des ihm eignen Ortes unterschieden 70 . Melkarthist der Ba'al von Tyrus, Astarte die Ba'alath von Byblus 80 ; ebenso gab eseinen Ba'al des Libanon 81 , des Hermon 83 , des Berges Peor. Im südlichenArabien begegnet uns ba'al beständig in ähnlichen localen Verknüpfungen.So ist DM Samäwl der ba'al des Gebietes von Bäkir, 'Athtar ist der ba'alvon Gumdän; als Sonnengöttin erscheint die ba'alath von verschiedenen Ortenund Gebieten 83 .

79) s. Stade, ZATW. 1886, p. 303.

80) CIS. I, No. 1, 122.

81) CIS. I, No. 5.

82) s. Rieht. 3, 3, wo dies GebirgeBerg des Baal vom Hermon" genannt wird.Hormon bezeichnet ursprünglich eine heilige Stätte. Im AT. sind Ortsnamen wie Baal-Peor, Baal-Meön abgekürzt aus BethBaal Peor, dasHaus oder Heiligtum des Baal vomBerge Peor" etc.

83) In himjarischen Inschriften lesen wir von Sonnengöttinnen im Plur., z. B.lönDÖtt'K (CIS. IV, No. 46), wie wir in Kanaan eine Mehrzahl localer Baalim haben.Auch besondere Gestalten des Baal begegnen uns, die nicht durch den Namen einesOrtes oder Gebietes bestimmt sind, sondern auf irgend eine andere Weise, z. B. durchden Namen eines heiligen Gegenstandes, wie Baal tamarHerr der Palme", der uns nurin dem Namen einer Stadt erhalten ist (Rieht. 20, 33). Auf karthagischen Tanith-In-schriften findet sich Baal-hammän", ursprünglich vielleichtHerr des Sonnenpfeilers"; vergl.indes Jonder Gott des Ortes Hammön" (CIS I, No. 8 und die Inschrift von Ma'süb)s. G. Hoffmann, Phöniz. Inschr. = Abhandl. der Göttinger Akad. 1889 Bd. 36.Baal-zebüb, der Stadtgott von Ekron, ist derHerr der Fliegen", BaaX Muta, In einemoder zwei Fällen scheint der Titel Baal dem Namen eines Gottes vorgesetzt zu sein;so kennen wir den Namen eines Ortes Baal-sepliän an der Grenze Aegyptens und zu-gleich einen Gott }£>% (CIS I, No. 108. 265).' Aehnlich ist der zweite Bestandteil inBaal-gad, einer Stadt am Fusse des Hermon, der Name eines altsemitischen Gottes. Diegrammatische Erklärung dieser Namen ist mir nicht klar. [Vergl. auch den kanaanäischenOrtsname Migdal-Gad (Jos. 15, 37). Ausdrücklich als Gott wird Gad nur Jes. 65, 11 ge-nannt. Sonst findet sich Gad in Eigennamen; so auf einem hebr. Siegel "püli (M e-n a n t, Glyptique II, p. 231; L e v y, Siegel und Gemmen, Taf. III, Fig. 12), dem phö-nicischen ttJHJ (Menant, II, 235), auf karthag. Inschriften findet sich mp?tt"n, im AT.bK , "U, vielleicht in dem Namen einer Exulantenfamilie IJIU'OS. Vergl. B ä t h g e n ,

Studien, p. 79 f. Im Arabischen der Eigenname 'Abd al-Gadd, s. Wellhausen,Heidentum -, p. 146. In den spätem syrischen Culten erscheint Gad als eine Glücks-gottheit, die mit der vj-/rj oder Fortuna verknüpft war. Ursprünglich ist Gad wohlder Nationalgott der Am moniter.] Eine andere Form ist der Baal-berithzu Sichern, womit im Hebräischen gewöhnlich der Verbündete " bezeichnet wird,hier aber vielleicht den Baal bezeichnet ist, der den Bündnissen vorsteht, oder viel-mehr einem besondern Bündnis, durch das die benachbarten Israeliten mit den Ein-wohnern der Stadt verbündet waren. Eigentümlich ist auch der jüngere Badl-marlcod,xoipavoc y.u)[iüjv" bei Beirut, der aus Inschriften bekannt ist (Waddington, Nos. 1855,1856; Clermont-Ganneau, Rec. d'Archeol. Orient. I, 95. 103). Die semitische Form istnpltt blJSHerr des Tanzes" d. h. der Gott, der durch eultische Tänze verehrt wird;"betreffs der Construction s. Prov. 3, 27. In späterer Zeit wurde Baal oder Bei ein Eigen-name, besonders in Verbindung mit dem Cultus des babylonischen Bei, und tritt in

neugebildeten Composita auf, z. B. Aylibel und Malakhbel in Palmyra. Baal SamaimHerr des Himmels" gehört zu einer Gruppe von Titeln, die von den Orten oder demGebiete, wo die Götter wohnen oder herrschen. entlehnt sind. K'BIÖ bV2 (CIS. I,No. 41) und mim nbw (CIS. I, No. 177) sind nicht sicher zu deuten. In der Inschriftdes Panamu aus Zenuirli Z. 22 kann )T3 W3 kaum den Patron des königlichen Hauses