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Die Religion der Semiten
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Verwandtschaft zwischen Göttern und Menschen. 31

politische Beziehungen, aber nicht durch die Bande des Blutes verbundenwaren, nicht mehr als Kinder des Gottes betrachtet werden. Er war hin-fort nicht mehr ihr Vater, sondern ihr König. Wenn aber die Gottheiteneines aus verschiedenen Elementen zusammengesetzten Gemeinwesens ihrer Her-kunft nach die alten Götter der einflussreicheren Sippen waren, so konntendie Glieder dieser Familien ihren Ursprung immer noch auf den Gott der Fa-milie zurückführen und in diesem Stammbaum einen Anlass zu aristokratischemStolze finden. So führten die königlichen und adligen Geschlechter bei denGriechen ihren Stamm noch lange auf einen göttlichen Vorfahren zurück, unddieselbe Thatsache begegnet uns unter den Semiten. Vergil und Silius Ita-licus berichten uns, dass das Königsgeschlecht von Tyrus und die vornehmstenHäuser in Karthago den Anspruch erhoben. Sprossen des Baal von Tyrus zusein 15 . Unter den aramäischen Herrschern von Damascus, die im alten Te-stament genannt werden, finden wir mehr als einen des Namens Ben-Hadad,d. h.Sohn des Gottes Hadad" (Arnos 1, 4 cf. Jer. 49, 27.1 Kön. 15, 18. Tl Kön.13, 3). In den Inschriften von Sendschirli scheint der König Bar-Rekub (?) 16 nach seinem Namen zu beanspruchen, ein Sprössling des Gottes Rekub-Elzu sein. Unter den Aramäern sind in späterer Zeit Namen wie Barläha Sohn Gottes ", Barba'smln Sohn des Gottes des Himmels ", BarateSohn 'Ate's" 17 nicht ungewöhnlich. In Palmyra finden wir die NamenBarneboSohn des Nebo", BarsamsSohn des Sonnengottes". BeiEzra (2, 53) finden wir als den Eponymus einer Familie den TempeldienerBarkos,Sohn des [Gottes] Kos. 1 ' 18 . Ob noch in späterer Zeit mit sol-

15) Vergil, Aen. I, 729. Sil. Ital., Punica I, 87:Belusque parens ornnisque ne-potum A Belo series."

16) Dass die assyrischen Könige als Söhne der Götter galten s. bei Tiele, Baby-lonisch-assyrische Geschichte, p. 492.

17) [Eine Gottheit nni? wurde in Syrien verehrt, deren Wesen indes nicht genauerzu bestimmen ist. In der syrischen Apologie des Melito von Sardes erscheint die gött-lich verehrteAdiabenerin" 'HU (Cureton, Spicilegium syriacum 25, 9). Indes ist 'Atesicher eine männliche Gottheit; im Palmyrenischen bezeichnet das endende H oder K nichtdes Femin., sondern auslautendes e. Der Gottesname ist fast nur in palmyrenischenEigennamen erhalten, z. B. nniTd, KniTHGlück des 'Ate" (de Vogue, Palm. 143), (Idalion, 5, 3 bei E u t i n g, p. 14). Auf einer Münze der persischen Zeit erscheintder Name inmni? (Waddington, Rev. num. 1861). Vollends zeigt das Verbum inNamen wie 2pUfiD'Ate erhält" und [rohl?'Ate giebt", dass 'Ate ein männlicherName ist. (N ö 1 d e k e in ZDMG. 24, 92. E d. M e y e r, ZDMG. 31, 731.) Auf einer grie-chischen Inschrift aus Batanaea wird derselbe Gott E9ao£ genannt. (Waddington, No. 2209:Oi ctTtö -/.<h\xric, "EyXoov 9-sffi cc'jxffiv "KSacp ävsaxYjaav 8vj|ioaiav ttjv oly.oSopjv.) Diese syrischeGottheit nnu hat Lagarde, Urgeschichte der Armenier 1060 ff. = Gesammelte Abhandl. 270.mit dem lydischen Gottesnamen Attes in Sadyattes, Myattes, Alyattes identifiziert, (s. E d.Meyer, Gesch. des Altertums I, 307 f. Lagarde, Mittheilungen I, 78.)

Dieser Gottesname erscheint als zweiter Bestandteil in 'Axdp-faxij, 'Axap-/äxvj (He-sychius) aus ine für "innn = "intn? und nnu. s. Lagarde, Mittheilungen I. 77. B ä t h g e n,Beiträge zur semit. Religionsgesch. p. 70 f. Ed. Meyer, ZDMG. 31, 732.]

18) [Der Name des edomitischen Gottes Dp ist als Bestandteil theophorer Nameninschriftlich bezeugt. In einer Inschrift des Tiglath Pileser aus dem J. 728 erscheint derEdomiterkönig Kauhnalak (Schrader, KAT.- p. 157, 25 = KoaiiaXo'.x.o; auf d. Inschriftvon Memphis Rev. Archeol. 1870, I, p. 115). In Inschriften Assurbanipals wird der Königvon Edom Kaiisgäbru genannt. Die meisten mit Kos gebildeten Namen finden sich aufeiner griechischen Inschrift in Memphis, s. E. Miller, Inscription grecque trouvee äMemphis = Revue Archeologique XXI (1870, I), p. 109125. 170 ff. Wellhausen,Reste arab. Heidentums, I ff., z. B. KoaaSapo; = TlKCIp, Koaßxvoj n;2E"p, Kocrf^pocj ="liDlp, Koaßapaxo? = 1~iSDip in einer Inschrift aus Kyrene, s. CIGr. 5149; der EdomiterKoaxoßapos, ein Zeitgenosse des Herodes, s. Jose d hu s, Ant. XV, 7. 9. Auf einer nabatäischenInschrift findet sich jnJCp (Euting, Nabat. Inschr. No. 12) = Koavaxavocj in der Inschrift