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Die Religion der Semiten
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Einheit und Gleichartigkeit der semitischen Russe. 7

sprachliche Befund ergiebt also, dass die Periode, in der die ursprüngliche,gemeinsemitische Sprache lebte und ihren besonderen Charakter ausbildete,eine sehr lange Dauer gehabt haben muss im Vergleich mit der darauffolgenden Periode, in der die einzelnen Zweige des semitischen Sprachstammes,wie das Hebräische, Aramäische und Arabische, sich von einander trenntenund zu besondem Dialekten entwickelten. Ziehen wir aus diesen sprachge-schichtlichen Beziehungen die historischen Folgerungen, so ergiebt sich, dassdie Hebräer, Aramäer und Araber, bevor sie sich über weit ausgedehnte Ge-biete verbreiteten und eine gesonderte nationale Entwickelung zu erleben be-gannen, lange Zeiten vorgeschichtlichen Daseins gehabt haben müssen, da dieVorfahren aller dieser Völker noch in Gemeinschaft lebten und dieselbe Sprachehatten. Und da dies im Kindesalter der Menschheit geschah, in jener Periode dergeschichtlichen Entwickelung, wo die Individualität überhaupt nicht zur Geltungkommt und alle Einflüsse des Gemeinschaftslebens mit einer Stärke wirken,von der wir Modernen uns kaum eine Vorstellung machen können, so müssenauch die verschiedenen Scharen, die zuletzt von dem gemeinsamen Stammeausschwärmten und sich zu den in der Geschichte bekannten semitischenVölkern ausgestalteten, die scharf bestimmte Eigenart ihrer Rasse und manchengemeinsamen Besitz in Sitten und Anschauungen ausser ihrer gemeinsamenSprache - mitgebracht haben.

l" Sodann ist zu beachten, dass sich die semitischen Völker niemals soweitausbreiteten wie die Indogermanen. Sehen wir von den überseeischen Ansie-delungen ab den südarabischen Niederlassungen in Ostafrika, den phöni-cischen Colonien auf den Inseln und an den Küsten des Mittelmeers, sofinden wir, dass das Gebiet, das die Semiten inne haben, völlig in sich ge-

Baus (besonders im Personalpronomen und in der Verbalbildung) mit den semitischenSprachen so vieles gemein, dass beide Sprachstämme auf eine gemeinsame "Wurzelzurückgeführt oder als linguistische Einheit aufgefasst worden sind. Ueber die Bezie-hungen der beiden Sprachstämme unter einander s. Fr. Müller, G'rundriss III, 2 p. 224 f.Allgem. Ethnogr. p. 499. H. Zimmern, Vergleichende Gram, der semit. Sprachen. Berlin1898, p. 5 f.

Ueber die Verwandtschaft zwischen dem Aegyp tischen und Semitischenvergl. Ad. Erman, Das Verhältnis des Aegyptischen zu den semit. Sprachen. ZDMG. 42(1892) p. 93129. Fr. Bommel, Ueber den Grad der Verwandtschaft des Altägypt.mit dem Semitischen.:Beiträge zur Assyriol. u. vergl. semit. Sprachwissensch." II. (1894)p. 342-358.

Ueber die sog. kuschitischen Sprachen im ganzen s. vor allem Fr. Pratorius, Ueberdie hamitischen Sprachen Ostafrika's.Beitr. zur Assyriol. und vergl. semit. Sprach-wissensch." II, p. 312 341. In der Bildung der Pronomina und der Verbalfiexion stimmendiese Sprachen mit dem Semitischen teilweise so auffallend überein, dass L. Reinischdas Saho noch 1878 für ein Glied des semitischen Sprachkreises hielt, s. L. Bevnisch,Die Sahosprache. ZDMG. 32. p. 415 464. Ueber die einzelnen Sprachen dieser Gruppevergl. H. Almkcist, Die Bischari-Sprache. 188185, ferner die zahlreichen Arbeiten vonLeo Beinisch, (Die Bedauye-Sprache 1893, Die Spr. des Irob-Saho, 1878, Die 'Afarsprache.1885- 87, die Bilinsprache. 188387, Die Cbamirsprache. 1884, Die Quarasprache. 1885).Fr. Pratorius, Ueber die Somalisprache. ZDMG. 24, p. 145171. Zur Gram, derGallasprache. 1893. A. W. Schleicher, Die Somalisprache. 1892.

Ueber das' Verhältnis der libyschen Sprachen der Berbern des Atlas (Kabylen)und der Saharastämme (Tuareg, deren Sprache das Tama>eqq ist) zum Aegyptischenund zu den kuschitischen Sprachen ist bisher wenig ermittelt. Fr. Müller hält das Ta-maJeqq für eine Fortsetzung des Altlibyschen (Allgem. Ethnogr. p. 501). Vergl. A Eta-noteau, Essai de grammaire Kabyle. Paris 1858. Rene Basset, Manuel de la langueKabyle. Paris 1887. A. Hanoteau, Essai de grammaire de la langue Tamachek. Paris 1860.In nächster Zeit wird erscheinen: Hans Stumme, Grammatik des Schilliischen (eines ber-berischen Dialekts)].