586 WIESBADER GLOSSEN.
dewar 192. sitderwurz 195. snitdeloch 224. cletdo 254. td füreinfaches t, in kartdo 250. versbotde, ja die Überfüllung nethdefür nete (denn das hochdeutsche ee kommt nicht vor) 98 undrathdich für.ratich 240 (Frankf. Gl. rethich). th für d im Aus-laut, rath (rota) 59. lanchwith (lancvvid Sprachsch. 1, S. 745) 63:für t im Auslaut fast Regel, vingerhuth 93. ranth 110. drath123. herth 172. branth 174. morcruth 242 (neben crut 203).dorth 258, bleibt auch in der Zusammensetzung punthlöch 151.Im Inlaut bathenia 210. Vgl. W. Wackernagel zu den Schlettst.Glossen in Haupts Zeitschr. 5, S. 323. Die Verbindung sc nichtselten, scinkun 24. scella 33. scinun 82. scuba 125. scob 166.scada 226: daneben scheida 108. schefde 114. schufa 156:aber auffallend ist shaft 117 und scruba 136; vgl. Gramm. I 2 ,S. 174. assa für ahsa 58 und romesse für romesche 229. —Wie bei den Lingualen erscheint bei den Gutturalen die Aspiratafür die Tenuis, also auslautend ch für c, rinch 3. 34. dunch 162.338 sichelinc 167; auch in der Zusammensetzung lanchwith 68.Inlautend ch für ck in wichun 262. Ferner ch für g in lunch-würz 232 und wahrscheinlich in ocha 248. ch für das althoch-deutsche h auslautend in loch 6. 100. 151. dich 21. g für kanlautend in wolfes gele: inlautend für ch in cnugel 16. crago 91 :auslautend ch für h in rochlog 38; vgl. Roland XVII. GrafRudolf S. 6. Endlich mugga für mucka 280. h ist vorgesetztin hermel 43 und wahrscheinlich in henga 32. qu für w inquahtila 274.
Dies alles zeigt eine schwankende Hinneigung zu den Laut-verhältnissen des Niederdeutschen, dessen Einfluss wir auch beider Betrachtung der einzelnen Wörter erkennen, während dasOberdeutsche entschieden vorherrscht. Und da zugleich einigesnach' den Niederlanden deutet, wie bambest 120. pin 130, sosind wir veranlasst diese Sprache an den Mittelrhein zu weisen;die deutschen Wörter mögen leicht zu Bingen niederge-schrieben sein.
Welchen Ursprung haben diese seltsamen Glossen? Dasssie von Hildegard selbst herrühren, darf man nicht bezweifeln:sie gedenkt ihrer in dem Eingang eines anderen Werks, desLiber vitae meritorum vom Jahr 1158, und sagt, auch die un-bekannte Sprache und Schrift sei ihr durch unmittelbare gött-