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ÜBER EINE INSCHRIFT AUF EINEM GOLDENEN RING.
602 BERICHT ÜBER EINE INSCHRIFT
AUF, EINEM IN DER WALLACHEI AUSGEGRABENENGOLDENEN RING.
Monatsberichte der Königlichen Preussischen Akademie der Wissenschaften zuBerlin. 8°. 1856. S. 602—604.
Auf Befehl Seiner Majestät des Königs ist der königlichenAkademie der Wissenschaften eine galvanoplastische Nachbildungeines alten in der Wallachei ausgegrabenen, gegenwärtig in demMuseum" zu Bukarest aufbewahrten goldenen Ringes zur Beur-theilung übergeben worden. Er ist in dem voranstehendenHolzschnitt dargestellt. Die Akademie beauftragte die HerrenHaupt, Jacob Grimm und Wilhelm Grimm mit der Untersuchungder auf dem Ring befindlichen Inschrift, und letzterer legte eineErklärung derselben vor, welcher die Herren Haupt und JacobGrimm beitraten. Die Inschrift enthält 15 Zeichen: Wilhelm603 Grimm geht davon aus, dass das am Anfang und Ende stehende,etwas abgerückte Kreuz kein Buchstabe sei, sondern christlicherSitte gemäss zugefügt ward. In den übrigen 13 Zeichen erkennter Runen und zwar nicht nordische, sondern deutsche undangelsächsische. Der Beweis liegt in dem diesem Runenalphabetallein eigenthümlichen 6. Zeichen & 6, das sich deutlich zeigt.Der fünfte Buchstabe ist der einzige nicht ganz sichere, dochlässt sich ein Querstrich in der Mitte noch erkennen, der indem vorangehenden gleich bedeutenden bestimmt zu sehen ist.Man muss darin ein N, nicht ein I erblicken.