ZUR LITTERATÜR DER RUNEN. 85
ZUR LITTERATÜR DER RUNEN.*)
Nebst Mittheilung runiseher Alphabete und gothischer Fragmente ausHandschriften.
Wiener Jahrbücher der Litteratur. Wien 1828. Gedruckt bey Carl Gerold.Bd 43, S. 1— 42 = Separatabdruck S. 1—42.
1) RUNENALPHABET IN EINEM WIENER KODEX.
Zuwei Wiener Handschriften enthalten das Runenalphabet, lwelches sich in den Werken des Hrabanus Maurus befindet,No. 64 zwei Mal und No. 828 ein Mal. Von allen dreienfindet man Abbildung in meiner Schrift über deutsche Runen.Eine dritte Handschrift No. 277 lieferte bloss die Runennamen,die gleichfalls dort mitgetheilt und besprochen sind.
Jetzt empfange ich durch die Güte des Herrn BibliothekarKopitar aus einer vierten Handschrift zu Wien, welche gleichden vorhin genannten in das zehnte oder vielmehr richtiger inden Übergang des neunten in das zehnte Jahrhundert gehörenmag, ein viertes neu aufgefundenes Runenalphabet. Kenntnisdavon hatte ich bereits durch Herrn Dr Pertz, welcher aufseiner gelehrten Reise die Runen dieser Handschrift gleichfallsbemerkt und abgezeichnet hatte.
Der Kodex (membr. Salisb. No. 140 olim Salisb. LXXI)enthält Fol. 1—18 Alcuini orthographia, mit vesperi schliessend;Fol. 19" formae litt, secundum Graecos, merkwürdig wegen derzum Theil neugriechischen Aussprache und Sprache. Nach Qkommt noch f niacusin (evvaxoaioi.) DCCCC, welches Zeichen
*) Geschrieben und nach Wien geschickt im Nov. 1826. [In seinem Hand-exemplar verweist W. Grim,m überhaupt auf: Aufsess, Anzeiger 1832,p. 27—32, Runen von Massmann. Massmann in Haupts Zeitschrift 1, 298;in den Münchner gelehrten Anzeigen 1841 No. 30. Massmann, Ulfilas XL VIII,LI dass. über das Alphabet des Ulfilas. Bukarester Inschrift, Massm. Ulfilas LI.]