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3 (1883)
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466 NACHTRAG ZU DEN CASSELER GLOSSEN.

159 NACHTRAG ZU DEN CASSELER GLOSSEN.

(Gelesen in der Akademie der Wissenschaften am 6. Juni 1853.)

Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (phil.-hist. Klasse) 1853. 4. S. 159162. Separatabdruck S. 14.

im Jahre 1848 hatte Diez eine Abhandlung über die CasselerGlossen, verfasst, bevor die meinige, die in den Schriften derAkademie vom Jahre 1846 zwar gedruckt aber noch nicht aus-gegeben war, in seine Hände gelangte. Jene erschien 1849 inHaupts Zeitschrift 7, S. 396 mit einem Zusatz der auf meineUntersuchung Rücksicht nahm. Auch von W. Wackernagelhatte ich im Mai 1848 einige willkommene Bemerkungen er-halten. [S. den Brief selbst am Schluss.]

Nichts konnte mir erwünschter sein als dass der erste Kennerder romanischen Sprachen diesen Glossen seine Aufmerksamkeitgeschenkt und eine sorgfältige Ausgabe gewünscht hatte, dieohne ein Facsimile nicht möglich war. In dem Hauptergebnis,wornach dieses in die frühste Zeit gehörige Denkmal das ältesteZeugnis von dem Dasein der romanischen Sprache gewährt unddie Umwandlung des Lateinischen deutlicher als irgend ein anderesdarstellt, stimmt er mit mir überein. Darin weichen wir von ein-ander ab, dass er sich mit meiner Ansicht, die alle nicht deutschenWörter als romanische betrachtet, nicht befreunden kann, obgleicher ihr nicht bestimmt entgegentreten will. Ich habe nachgewiesen,dass die Wörter, welche noch lateinische Form zeigen, späterhinin der romanischen erscheinen; die einzige Ausnahme machtthalamns G a 6, kann aber leicht durch einen Abschreiber hineingekommen sein. Es zeigt sich auch eine Veranlassung dazu,wahrscheinlich stand dafür keminada, und da dies Wort wenigeZeilen hernach nochmals vorkam, so glaubte er es durch einanderes ersetzen zu müssen. Die noch erhaltenen lateinischenFormen können nicht befremden, da gerade bei dem Übergangeine solche Gemeinsamkeit längere Zeit fortdauern musste, bissich die romanische Sprache völlig ablöste. Diez nimmt fernereinen gleichmässigen, von einem Bildungsprincip ausgehenden