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3 (1883)
Seite
562
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562 DEUTSCHE AVORTFR FÜR KRIEG.

Nebenbedeutung hat 1 ): in der Niala aber wird zugleich damitauch Lebensende bezeichnet, und nach Biörn Halderson heisstes im Isländischen beides fatum und bellum. Das angelsäch-sische orläg orleg erscheint im Beowulf, dem ältesten Gedicht,(die Sage, die es darstellt, brachten die Sachsen nach dembritischen Eiland) merkwürdigerweise nicht: öfter aber bei Cäd-mon, wo es Schicksal bedeutet (262, 19 Thorpe), Feindschaftund Krieg (orlegra nid 259, 25). Innere Lebendigkeit be-zeugen die Zusammensetzungen orläggifre (kriegslustig, blut-dürstig 138, 5), orlegnid (6, 6. 56, 20), orlegceap (Todeswerk,fatale negotium 120, 13) olegweorc (122, 2). In dem von Thorpeherausgegebenen Codex Exoniensis orleg einmal (35, 18) fürTod, oder (386, 9) Verderben, gewöhnlich (114, 3. 129, 23.136, 5. 248, 17. 446, 29) für Krieg, auch in der Zusammen-setzung orlegfrom (401, 21). Heut zu Tage ist im Dänischennoch orlog für Krieg, besonders für Seekrieg übrig, das Verbumaber nach Molbechs dansk ordbog veraltet: im Niederländischengilt noch beides oorlog und oorlogen, im Schwedischen nachIhre örlig. Da das Schicksal, zumal in der Heldenzeit, vorallem durch den Krieg entschieden oder in dem Tod desKämpfenden erfüllt ward, so ist der Übergang aus fatum inbellum leicht begreiflich, und man kann nicht zweifeln, dassurliugi mit urlac zusammenhängt. Bestätigung gewähren imHeljand die entsprechenden Formen orlag orlogi orlogi mit derBedeutung von bellum: überdies vermuthet Schindler (GlossarS. 67) und wahrscheinlich mit Recht, dass orlagi für den Plur.orlagu stehe. Schwierig und nicht zu rechtfertigen ist bei ur-liuge nur der veränderte Wurzelvocal (vgl. Grammatik l 2 , 353),ebensowenig bei urlouc urlouge; er muss als unorganisch be-trachtet werden. Da, wie wir gesehen haben, nur das Alt-sächsische und Niederdeutsche eine richtige Form zeigt und dasWort in den nordischen Sprachen allein dauernd sich erhaltenhat: so lässt sich die Vermuthung aufstellen, dass bei demUntergang des nur das heidnische Fatum bezeichnenden urlagim südlichen Deutschland, wo das Christenthum Jahrhunderte

') Kein anderer Ausdruck als orlög in den Heldenliedern der Edda?