DEUTSCHE WÖRTER FÜR KRIEG. 563
früher Wurzel fasste, der Begriff von bellum, der doch im Hel-jand schon erscheint, sich nicht entwickelt hatte und erst ausdem nördlichen Deutschland mit dem daraus gebildeten Verbum,das im Angelsächsischen und Altnordischen so wenig als imAlthochdeutschen bekannt ist, herüber gedrungen ist, sich aberbei dem mangelnden Gefühl für die ursprüngliche Bedeutungin unorganische Formen verirrte.
KRIEC. 1 )Eine Glosse aus dem achten Jahrhundert (Diutisca 1, S. 279 b )gewährt kreg pertinacia?, in den Sprachschatz 4, S. 589 mit derÄnderung pertinacia eingetragen: da bäg contentiones vorangehtund ungezunft discordia? folgen, so kann man nicht zweifeln, dassim Deutschen jedes Mal der Singular anzunehmen ist. DerSprachschatz hat ferner einige Belege von dem verbum kregencrepitare, resonare, dem Adjectiv widarcregilin obstinatus unddem Adverbium ienchrigilicho obstinate. Ich nehme langenWurzelvocal an. Die Bedeutung ergibt sich aus diesen Glossen,kreg ist Zwiespalt, feindliche Gesinnung, hartnäckiger Wider-stand mit Geschrei, lauter Zank. In Kaiserchronik Überarbeitungder Wiener Handschrift 9672, wo es Disputation bedeutet.Vielleicht findet es sich noch in einem andern Denkmal dieserZeit, immer wird es eine seltene Erscheinung bleiben, erst mitdem dreizehnten Jahrhundert dehnt sich der Gebrauch vonkriec und kriegen aus.
ALLGEMEINE BEDEUTUNG.
Ich will zuerst die Stellen anführen, in welchen das Wortin weiter und allgemeiner Bedeutung vorkommt. Athis C, 32der kuninc unde Athis intsamint vuchtin einin wie. si irkantinwol ir beidir cric, daz sie gevech wärin und nöte sich virbärin:hier wird wie Waffenkampf von kriec dem Zerwürfnis und derfeindlichen Gesinnung unterschieden. Hartmann gebraucht dasWort nur einmal in einem Liede 6, 15 min herze hete ich irgegeben: daz hän ich nü von ir genomen — — — der kriecsi ir verlän, für dise zit so wil ich dienen anderswar, wie ander-
') kriec und kric Gesch. d. d. Sprache S. 852.
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