548 DEUTSCHE WÖRTER FÜR KRIEG.
zwischen Wate und Dietleib wird der Streit geschieden, dannheisst es (3949—3951) zwischen in gemachet wart ein tac: einenkämpf man hin ze Milan wac über sehs wochen dar nach. So-dann geschieht in den von Wackernagel (Altdeutsche Blätter 1,S. 333—342) bekannt gemachten Bruchstücken eines zur Dieterichs-sage gehörigen Gedichtes eines Kampfes zwischen Dieterich undWenezean Erwähnung: Dietrich spricht zu Etzel ich bin vonfremden schulden in einen starken kämpf komen, dieser erwidertich wil ouch mit dir riten, sehen iuwer beder striten. Dieterichlässt seinem Gegner melden wil er zwischen den heren beidendisen kämpf läzcn geschehen, da wirt ein schoenez zuo sehenvon unser beder mäge. Im Rosengarten ist zwar die volks-mässige, von höfischen Dichtern selten gebrauchte Benennungrecke (neben helt und degen) entschieden vorherrschend, dochwird auch einige Male (C 411. 1379. 1809. 1981. 2006. D 578.1042.1372. 1606. 1637. 1722.1846. 2149. 2246) kempfe gebrauchtvon den Königen und Helden, die zu Worms einzeln mit ein-ander streiten und dazu vorher mit Bestimmung des Tags sindaufgefordert worden; das Verbum kempfen kommt gar nicht vor(nur striten und vehten), und nur ein einziges Mal (C 926) istdie seltsame Redensart kamp houwen in den Text gedrungen:bloss die Überschriften haben (C S. 37. 51) kamp kempen und(C S. 38—65) kamp vehten. Die Überarbeitung von Ecke, diein dem alten Druck enthalten ist, spricht (Str. 98) von demkämpf zwischen dem Riesen und dem Berner und (Str. 175)zwischen Fasolt und Dieterich: auch bei Kaspar von der Röhn,der dieses Gedicht nicht überarbeitet hat, findet sich (Str. 109.268) kempfe und (Str. 301. 202) kämpf.
Die Spielmannspoesie zeigt ein gleiches Verhältnis. Rother,der alte Laurin (bei Nyerup), Morolt und die beiden Auffassungenvon Oswald kennen das Wort durchaus nicht. Dagegen imOrendel 1210 wird der Riese Metwin der heiden kempfe ge-nannt, und der Graurock sagt (2778) zu einem gewaffnetenHeiden weit ir mir aber des toufes abe gän, so wil ich mit iueinen kämpf hän. In dem hl. Christoph ermuntert der Einsiedelden fahrenden Helden mit einem Heiden zu streiten, der denChristen Verderben bringt (1174—1175) mäht ir der kempfesin, da wirt Jesu iuwer dienst mit schin.