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3 (1883)
Seite
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536 DEUTSCHE WÖRTER FÜR KRIEG.

ist immer einwic, aber das gilt nicht umgekehrt, da einwic all-gemein den Einzelkampf bedeutet, weshalb auch in dem De-cretum Tassilonis vom Jahr 772 (Georgisch 329), doch nur hierallein, die Zusammensetzung camfwic (Haupt Zeitschr. 7, S. 130)vorkommt, kämpf hat einen engern Begriff und bezeichnetdie Entscheidung zwischen zwei Gegnern durch Waffen nachbestimmten Gesetzen, die zugleich ein Gottesurtheil sein konnte(Rechtsalterthümer S. 927 ff.). Als Hildebrand unerkanntseinem Sohn begegnet und dieser ihn nöthigt mit ihm zustreiten, so war dies einwic, nicht kämpf. Graffs Sprachschatz(4, S. 406) hat nur ein Paar Beispiele von champf und demdavon abgeleiteten Verbum kampfjan: häufiger ist das Substan-tivum kemphjo, kemfo, das die ältesten Glossen, namentlichdie Sangaller 913 durch gladiator athleta übersetzen. Derkempfo übte eine erlernte Kunst, und man schaute ihren Waffen-spielen zu, wo sie ihre Fertigkeit in künstlichen Fechter-streichen zeigten: daher die Schlettstädter Glossen (Haupts Zeit-schrift 5, S. 346) einwic durch ludicrum und spectaculum erklären.Die altdeutschen Glossen deuten verschiedene Künste dieserArt an: fustkempho, knuttilkempfo und swertkempfo werden imSprachschatz nachgewiesen. Da diese Kämpfer für Lohn ge-dungen wurden und für einen Kranken oder Schwachen ein-traten, oder wenn eine unwehrhafte Frau angeklagt war, sostanden sie als Miethlinge in geringem Ansehen und litten vordem Gesetz an ihrer Ehre (Davoud Oghlou histoire de la legis-lation des anciens Germains 1 , LXXXVHI). Schwabensp.nennt sie c. 38 rehtlos und sagt c. 255, 16. 17 kempfen undeiren kinden den git man ze buoze den blic von einem schildegein der sunnen. Weil aber auch der Dienstmann für seinenHerrn im Zweikampf auftrat, so ward dadurch die Stelle deskempfo wieder gehoben und bereits in Muspilli (44) werdenbeide, Elias und Antichrist, die am Ende der Welt mit einanderkämpfen, so genannt. Christus selbst kämpft mit dem Tod undTeufel (Wernher vom Niederrhein 64, 21. 31). Dieses Verhält-nis, wenn nämlich der Christ gegen den Heiden im DiensteGottes sein Leben opfert, gibt dem Wort volle Würde. Schonoben (S. [524 f.]) sind die Ausdrücke gotes wigant, gotes degen und