DEUTSCHE WÖRTER FÜR KRIEG. 535
und so konnte sie leicht den Krieg selbst bezeichnen. Esbewährt das Übergewicht der kriegerischen Franken, wenn beider romanischen Bevölkerung der fremde Ausdruck die verschie-denen einheimischen verdrängte; dass es gerade das Volk war,das ihn gebraucht, beweist eine Stelle in einem Capitulare Karlsdes Kahlen (Diez romanische Grammatik 1, 55), worin es heisstrixas et dissensiones seu seditiones quas vulgus werras nominat.Ich habe nur noch ein Zeugnis von dem Femininum gefunden,im Ortnit V, 119. Ettm. S. 77 wird von dem Heiden, als erden kampfmüden Lamparter im Schosse seiner Tochter ruhenderblickt, gesagt, dö viel er in die werre daz er nie wort ensprach,die Wuth betäubte ihn so sehr, dass sie ihm die Besinnungraubte: der andere Text (480, 1 Mone) setzt auch dafür allersiner sinne im nach vergangen was. In der Deutschen Mytho-logie S. 251 wird nach späteren Zeugnissen die Werre als diezürnende, Rache suchende, den Flachs verwirrende Frau Berthaoder Holle dargestellt, was vollkommen dazu passt; in derältesten Zeit ist es wohl eine wigidis gewesen. Man kann auchhier fragen »hat Ulfilas das Wort aus diesem Grunde gemieden?«
[KAMPF.]Das lateinische campus, mit dem das deutsche kämpfzusammenfällt, heisst ursprünglich das für den Zweikampf be-stimmte Feld, wird aber schon in den altdeutschen Gesetzenund anderwärts für den Zweikampf selbst gebraucht; Ducangehat Belege genug 1 ). Im Gothischen erscheint das Wort nicht,auch nicht in dem altsächsischen Heljand, dagegen im Alt-friesischen die Substantiven camp und campa wie das Verbumcampa, ebenso im Angelsächsischen camp, cempa und campian:im Nordischen kappi, kempa und das Verbum keppa, doch vonden eddischen Liedern gewährt nur Hyndluliod und das späteregrönländische von Atli einmal kappi, letzteres auch das Ver-bum keppa zweimal, doch in angewandter Bedeutung, kämpf
l ) Gesch. der Sprache, S. 636, chempho = tiro miles novus, ja = pirata.Noch camp bei Riehthofen durchzulesen. Im französischen camp vordemauch Zweikampf, jetzt Feldlager, hier selbst, das darin steht, cf. Raynouard,nachzusehen Ducange.